Kampagne beginnt: Energie in Bürgerhand
Am kommenden Donnerstag startet die bundesweite Kampagne "Die Wende – Energie in Bürgerhand". Die Aktion soll die Bürger sichtbar machen, welche die Energiewende vorantreiben. Außerdem versteht das Bündnis seine Kampagne als Begleitung der bevorstehenden Bundestagwahl. Initiatoren sind die 100-Prozent-Erneuerbar-Stiftung, der Umweltverband BUND, das Netzwerk "Energiewende jetzt", die GLS-Bank-Stiftung, die Haleakala-Stiftung und die Genossenschaft "BürgerEnergie Berlin".

Bürgerbeteiligung ist ein zentrales Thema der Energiewende. Das will auch die Kampagne "Die Wende – Energie in Bürgerhand" unterstreichen. (Foto: Nick Reimer)
"Dass die Energiewende stattfindet, ist dem Engagement von hunderttausenden Bürgerinnen und Bürgern zu verdanken", erklärt das Bündnis in einem klimaretter.info vorliegenden Schreiben. "Sie entscheiden mit, sie verdienen mit und geben dem Umbau des Energiesystems jene Dynamik, die dieses Zukunftsprojekt benötigt", so die Initiatoren weiter. In der Politik würden diesen Bürgern hingegen Steine in den Weg gelegt, die sowohl konkrete Projekte erschwerten als auch die Akzeptanz der Energiewende in der Bevölkerung behinderten.
Bürgerbeteiligung ist ein zentrales Thema der Energiewende. Ob es um den Netzausbau oder das Management von Stromüberschüssen aus Wind- und Sonnenenergie geht oder ganz allgemein um den Abschied von konventioneller Energiegewinnung – immer wieder wird über eine Einbindung der Verbraucher diskutiert.
klimaretter.info/scz
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Ausbaubedarf werde zu hoch angesetzt, kritisiert die Umweltorganisation
Anhörung im Bundestag: 79 Prozent der Bundesbürger glauben, dass auf ihre Interessen zu wenig Rücksicht genommen werde
Wichtiger Erfolg für Informationsfreiheit und Bürgerbeteiligung: Das Bundesinnenministerium schaltete heute ein neues Internetportal frei, das Behördendaten transparent und verständlich machen soll. Allerdings startete es mit gerade einmal tausend Datensätzen. Erstaunlich wenig in einem Land, dessen Behörden und Verwaltungen jeden einzelnen Büroschrank inventarisieren.
Für hunderte Millionen Euro entsteht derzeit in Greifswald ein Kernfusionsreaktor. Umweltschützer kritisieren nun Baumängel und fürchten den Austritt von Neutronenstrahlung. Der Betreiber der Forschungsanlage sieht hingegen keine Gefahr und will in zwei Jahren mit den Experimenten beginnen. Die Aufsichtsbehörde fordert Nachbesserungen.
Deutsche Umwelthilfe veröffentlicht zum Netzausbauplan den "Plan N" - über gute fachliche Praxis
Ohne Ausbau des Stromnetzes ist die Energiewende nicht zu haben. Umstritten ist jedoch, wieviele Kilometer neue Trassen das Land braucht. Die Übertragungsnetzbetreiber gehen von 3.800 Kilmetern aus. Der BUND wirft ihnen vor, die Zahlen künstlich hochzurechnen. Die Mitnutzung des Stromnetzes der Deutschen Bahn könnte das Problem mildern, hätte aber einen hohen Preis.
Dass sich ein Großprojekt wie der Ausbau des Stromnetzes nicht mehr ohne Bürgerbeteiligung realisieren lässt, haben die Netzbetreiber verstanden. Bei ihrem "Konsultationsverfahren" konnte sich jeder Bürger bis gestern Nacht 23.59 Uhr äußern, rund 1.000 Eingaben kamen zusammen. Doch wenn es darum geht, die Kosten zu beziffern, sieht die Sache ganz anders aus, wie aus einem Schreiben der Bundesnetzagentur hervorgeht.
Im grün-rot regierten Baden-Württemberg kommt der Ausbau der Windkraft nur im Schneckentempo voran
Am Freitag endete die zweite öffentliche Anhörung zum Ausbau der Stromnetze. In der ersten Runde waren mehr als 1.500 Stellungnahmen von Bürgern eingegangen
Die Bundesländer könnten Vorreiter in Erneuerbaren werden und so die Zielvorgaben des Bundes beim Ökostrom bald überholen
Verhindert der Protest von Bürgerinitiativen den Netzausbau? Umweltschützer fordert eine "Qualitäts-Planung", die Bürger stärker mit einbezieht. Aus Berlin Johanna Treblin
Stromtrassen von der Nordsee zu den Alpen. Der Ausbau der Netze wird viele Regionen betreffen. Netzbetreiber und Bundesnetzagentur sind dabei, Pläne auszuarbeiten. Im Juni wurde ein erster Entwurf diskutiert, 1.500 Stellungnahmen eingearbeitet. Jetzt hat die Behörde eine überarbeitete Version ins Internet gestellt. Die Bürger haben erneut das Wort. Fraglich ist, ob sie es ergreifen werden.
Keine Energiewende ohne Bürger: Sie sind es, die ihre Dächer mit Solarmodulen schmücken, Ökostrom beziehen und Stromleitungen in ihrer Nachbarschaft erdulden. Doch die Debatte über steigende Strompreise und sinkende Ökostrom-Förderung hat viele Engagierte verunsichert. Eine bundesweite Kampagne unterstützt Bürger dabei, sich privat oder öffentlich für die Energiewende einzusetzen, erläutert Fabian Zuber von der Initiative "Die Wende – Energie in Bürgerhand" im klimaretter.info-Interview.
In Schleswig-Holstein können sich Bürger künftig an der Finanzierung von Stromtrassen beteiligen
Jürgen Trittin, Spitzenkandidat der Grünen bei der Bundestagswahl, erklärt im klimaretter.info-Interview, warum die Kosten der Energiewende für die Verbraucher nicht weiter steigen müssen, warum Bürgerproteste gegen den Netzausbau ein Märchen von der FDP und das EEG ohne Alternative ist.

