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Aktivisten protestieren gegen RWE

Knapp 100 Umweltschützer haben heute gegen die Pläne des Kohlekonzerns RWE demonstriert, in Niederaußem ein weiteres 1.100-Megawatt-Kraftwerk mit dem Namen "BoAplus" zu errichten. Vor den qualmenden Schornsteinen des Braunkohlekraftwerks westlich von Köln entrollten Greenpeace-Aktivisten ein zehn mal 1,5 Meter großes Banner mit der Aufschrift: "RWE blockiert die Energiewende. Schluss mit BoAplus!" Um den Energiemix von RWE zu veranschaulichen, hatte eine Aktivistin eine waagenradgroße Torte gebacken. Eine Garnierung aus Schokolade und Gummibärchen veranschaulichte den Energiemix von RWE: dunkelbraun Steinkohle, hellbraun Braunkohle, gelb Atom, blau Gas, weiß Wasser und grün Wind und Sonne. In einer Mitteilung heißt es: "Mit der Aufteilung waren die Umweltschützer nicht zufrieden, sie verspeisten das Tortendiagramm."


Aktion gegen Kraftwerks-Erweiterung am Sonntag: Schon jetzt ist das Braunkohlekraftwerk Niederaußem der größte Klimakiller Europas. (Foto: Greenpeace)

Die Bezirksregierung Köln will die Fläche für das geplante neue Braunkohlekraftwerk Niederaußem freigeben – und damit den Weg für den Ausstoß von 27 Millionen Tonnen CO2 im Jahr ebnen. Seit Jahren protestieren Umweltschützer gegen die Pläne des Energiekonzerns RWE. Bis zum 5. Oktober hatte die Öffentlichkeit die Möglichkeit, offiziell Einwendungen gegen das Kraftwerk zu erheben, weil die benötigte Fläche im Rahmen eines Regionalplanungsverfahrens zur Gewerbefläche umgewidmet werden muss. Ende Juni 2012 hatte die Bezirkungsregierung Köln gegen die Stimmen von Linkspartei und Bündnisgrünen der Ausweisung der Fläche als Bauplatz zugestimmt. Ohne die Flächen-Umwidmung könnte RWE nicht bauen.

Zwar will RWE im Gegenzug für die Errichtung des neuen Kraftwerksblocks alte Kraftwerke abschalten. Solche Zusagen hat der Konzern aber schon in der Vergangenheit nicht eingehalten. Zudem haben Kohlekraftwerke eine durchschnittliche Laufzeit von 40 Jahren. Der Kraftwerksneubau würde also den Einsatz der klimaschädlichsten aller Energieformen auf Jahrzehnte zementieren und damit die Klimaschutzziele des Landes Nordrhein-Westfalen sowie der Bundesrepublik konterkarieren. Nach einer Studie der Umweltorganisation Greenpeace wäre der Ausstieg aus der Braunkohle schon bis 2030, der komplette Ausstieg aus der Kohle bis 2040 zu leisten. Auch das Umweltbundesamt hält den Bau neuer Kohlekraftwerke derzeit für überflüssig.

klimaretter.info/reni


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