Solaranlagen-Betreiber organisieren sich
Ab kommender Woche ist er aufnahmebereit: In Potsdam hat sich der "Deutsche Solarbetreiber-Club" (DSC) gegründet, der die Interessen von Solarkraftwerkern vertreten will. Wie der Verein mitteilte, können Interessenten vom nächsten Montag an beitreten. "Der Club soll die Betreiber vor Risiken schützen, die durch den Betrieb der Anlagen entstehen", erklärt der Interessenverband. Ein solches Risiko ist beispielsweise der sogenannte Energie-Soli, den Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) den Anlagenbetreibern abverlangen will: Um den Strompreis zu stabilisieren, will Altmaier eine Strompreisbremse, die unter anderem Solarkraftwerksbesitzern ein bis 1,5 Prozent ihres festgelegten Einspeise-Tarifs wegnehmen soll. Die Pläne sind auch in der Regierung umstritten. Beim DSC heißt es: Betreiber und Nutzer von Solaranlagen sollen durch praktische Hilfe und Serviceangebote Unterstützung finden, sodass die Anlagen kostengünstig, effizient und effektiv unterhalten werden können. Explizit wird auch rechtliche Hilfe angeboten.

Das Herzstück einer Solaranlage: der Wechselrichter. Der betriebswirtschaftlichen Kalkulation liegt eine Einspeise-Vergütung zugrunde, die Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) nun gern kürzen möchte. (Foto: Reimer)
Glaubt man der Deutschen Bank, wird bereits im kommenden Jahr Solarkraft stellenweise subventionsfrei zu betreiben sein – allerdings im Ausland. Einige nationale Photovoltaik-Märkte werden sich 2014 so weit stabilisiert haben, dass sie nicht mehr auf Subventionen angewiesen sein werden, prognostiziert die in New York ansässige Analyse-Tochter Deutsche Bank Securities mit ihrer neuesten Solarstudie. Märkte wie Indien, die USA und China werden demnach künftig weniger auf staatliche Förderungen angewiesen sein und einem nachhaltigen Wachstum unterliegen. Trotz der insgesamt positiven Aussichten empfiehlt die Studie, vorhandene Subventionierung nicht vorzeitig einzustellen, da das kontraproduktiv wirken könne. Italien hat bereits jetzt Netzparität erreicht, das heißt die Kosten für selbst erzeugten und gekauften Strom sind gleich hoch. In Deutschland hingegen attestiert die Studie nur im Bereich der Kleinanlagen für den Eigengebrauch keine Einbußen. Hier hat die Nachfrage an Solarenergie im vergangenen Jahr leicht abgenommen.
In Deutschland sieht es auch sonst bei der Solarförderung nicht so rosig aus: Die vom Bundesumweltministerium zum 1. Mai angekündigte Förderung von Solarstromspeichern, die Nutzer von Solarenergie beim Umgang mit schwankenden Strommengen unterstützen sollen, wird nicht termingerecht starten. Das gab eine Referentin des Ministeriums laut dem Branchendienst photon.de im Rahmen des "German PV Market Briefing" bekannt. Als Grund werden der europäische Emissionshandel und die Einnahmen für den Nationalen Klimafonds genannt: Dieser ist nahezu pleite.
klimaretter.info/scz
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