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Das tote Pferd Emissionshandel

Ein Zusammenschluss von 114 Umweltorganisationen und -initiativen fordert mit der Kampagne "Scrap the ETS" (Übersetzt etwa: "Verschrottet das europäische Emissionshandelssystem") die Abschaffung des EU-Emissionshandels. Dieser Schritt würde nach Ansicht des Bündnisses nicht das Scheitern der EU-Klimapolitik bedeuten, sondern im Gegenteil deren Glaubwürdigkeit erhöhen. Denn ein System, dass sich nach mehrjähriger Erprobung als nicht wirksam erwiesen habe, gehöre aufgegeben. Die CO2-Vermeidung, der eigentliche Zweck des Systems, sei nicht erreicht worden, da die Preise bei jedem neuen Versuch der Markteinführung auf Wühltisch-Niveau sanken. Als Hauptproblem des Emissionshandels sehen die Aktivisten, dass er im Grundsatz an fossilen Brennstoffen festhält. Die Umweltschützer wollen mit ihrer Kampagne die Politik davon überzeugen, das man aus Fehlern lernen kann und sollte.


Dieses Pferd scheint noch zu leben. Doch im Fall des Ablebens hilft nur eines: aus dem Sattel steigen. Über die Frage; wann ein Pferd wirklich tot ist, lässt sich indes trefflich streiten. (Foto: Montanabw/Wikimedia Commons)

Nicht alle Umweltorganisationen wollen sich dieser Forderung anschließen. Nach Einschätzung der Heinrich-Böll-Stiftung gibt es jedoch "in der Substanz der Kritik große Übereinstimmungen" zwischen ETS-Reformern und -Gegnern. Die Grünen-nahe Stiftung gibt zu bedenken, dass zu den Befürwortern einer Reform des Emissionshandelssystems auch Energiekonzerne wie Shell und Eon gehören. Deshalb müsse auch eine Debatte über die Abschaffung des ETS erlaubt sein. 

Die EU kann sich mit einem endgültigen Aus für den Emissionshandel noch nicht anfreunden. Allerdings hat der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments zumindest dem Vorschlag der EU-Kommission zu einer Reform zugestimmt – dem sogenannten "Backloading". Damit sollen weitere Auktionen von Zertifikaten für die Jahre 2013 bis 2015 gestoppt werden. Nach Angaben der Emissionshandelsstelle wurde die laufende Auktion aber ohnehin abgebrochen, da der Auktionspreis an der Leipziger Energiebörse EEX unter dem "Reservepreis"gelegen hätte.

klimaretter.info/vana


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