Kein Elbwasser für Kohlekraftwerk

Der Energiekonzern Vattenfall hat in Hamburg einen weiteren Rückschlag beim Kohlekraftwerk Moorburg erlitten. Das Oberverwaltungsgericht (OVG) Hamburg gab einer Klage des Umweltverbandes BUND weitgehend statt. Der BUND hatte gegen die massive Entnahme von Wasser aus der Elbe geklagt. Zu Kühlzwecken wollte Vattenfall dem Fluss 64 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnehmen und das erwärmte Abwasser wieder einleiten. Das OVG hat diese Durchlaufkühlung jetzt untersagt. 

Erst Ärger mit der Fernwärme, dann Risse im Kesselstahl – das Kraftwerk in Moorburg wird wohl erst 2014 fertig sein. (Foto: gemeinfrei)

Nach Ansicht des BUND schadet die Kühlwasserentnahme vor allem der Fischfauna, tötet in großem Umfang Kleinstorganismen und verschärft die ohnehin angespannte Sauerstoffsituation in der Tideelbe noch mehr. "Moorburg bleibt weiterhin mit dem Klimaschutz unvereinbar, aber zumindest der Gewässerschutz ist entscheidend vorangekommen", kommentierte Manfred Braasch, Landesgeschäftsführer des BUND Hamburg die Gerichtsentscheidung. 
Vattenfall will nun auf den – bereits in Bau befindlichen – Hybridkühlturm zurückgreifen und so das Kraftwerk mittels Kreislaufkühlung betreiben. Der Kühlturm sollte nach den ursprünglichen Planungen nur an heißen Sommertagen genutzt werden, an denen der Sauerstoffgehalt der Elbe kritisch ist. Für die Kreislaufkühlung im Turm reicht die Zufuhr von einem Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Allerdings braucht dieses System Strom – und senkt deshalb den Wirkungsgrad der 1.620-Megawatt-Anlage von 46,5 auf 45 Prozent. Nach Ansicht der Grünen rechnet sich das Kraftwerk nun nicht mehr, weil es nicht durchgehend auf Volllast gefahren werden kann, wie Die Welt am Mittwoch berichtete. 
klimaretter.info/hd
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