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Aktivist im Hambacher Forst gräbt sich ein

Der Kohlekraft-Gegner, der sich in einem selbst angelegten Tunnel sechs Meter unter der Erde befindet, ist laut Polizeiaussagen in akuter Lebensgefahr. Der Tunnel sei höchst einsturzgefährdet – der Aktivist bestreitet dies. Die Polizei hatte am Freitagmittag erstmals Sichtkontakt zu dem etwa 25-jährigen Mann, bevor er sich tiefer in den Untergrund zurückzog. 


Nach der Räumung des Protest-Camps behaupten die Aktivisten, ihr unter der Erde verschanzter Mitstreiter wolle gar nicht gerettet werden. (Foto: Hubert Perschke)

Das Camp von Braunkohlegegnern im Hambacher Forst war am Dienstagmorgen von der Polizei geräumt worden. Umweltschützer hatten es vor Monaten errichtet, um gegen die bevorstehende Abholzung des Waldgebietes zur Erweiterung des benachbarten Braunkohletagebaus Hambach zu protestieren. Am Freitagabend war noch immer ein Team von etwa 100 Rettungskräften aus Polizei, der Grubenwehr, ehrenamtlichen Helfern des Technischen Hilfswerks, Feuerwehrleuten sowie Geologen mit schwerem Gerät vor Ort, um den Aktivisten zu bergen. Laut Medienberichten soll er Stützen des Tunnels zum Einsturz gebracht haben, um die Polizei daran zu hindern, ihm zu folgen. Es werde versucht, mit einem speziellen Saugbagger das Erdreich vorsichtig abzutragen, so die Behörden. Um den Tunnel mit Sauerstoff zu versorgen, werde über Schläuche Luft zugeleitet.

Aus Sicht der Aktivisten ist der Tunnel sicher konstruiert, und erst durch die Bergungsversuche sei es zur Einsturzgefahr gekommen. Auch mache das Vorgehen der Rettungskräfte deutlich, dass es hier nicht um eine Rettungsaktion, sondern um eine gewaltsame Räumung gehe, da der Aktivist keinen Anlass zu seiner eigenen Rettung sieht und nicht gerettet werden möchte. Zudem werfen die Aktivisten in ihrem Blog der öffentlichen Berichterstattung Stimmungsmache gegen die Aktivisten vor, da die Betonung darauf liege, dass die Kosten der Rettung die Steuerzahler aufbringen müssen. Der Aktivist, der nach eigener Aussage "praktizierten Klimaschutz von unten" betreibt, fordert die sofortige Einstellung der Räumung oder die Anforderung der britischen Spezialeinheit "UK Evict" zu seiner Rettung.

klimaretter.info/vana


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