Greenpeace steigt Alpiq aufs Dach

Greenpeace-Aktivisten haben heute in Lausanne gegen die Geschäftspolitik des größten Energiekonzerns der Schweiz demonstriert. Unter dem Slogan "Weder Atomkraft noch fossile Brennstoffe – 100 % erneuerbare Energien" forderten sie vor dem Lausanner Palais Beaulieu die Investitionsstrategie des Konzerns zu ändern. Im Palais Beaulieu fand heute die ordentliche Generalversammlung des Alpiq-Konzerns statt. Zwei Drittel des von Alpiq produzierten Stroms stamme aus AKWs und aus Gas- oder Kohlekraftwerken, so der Greenpeace-Vorwurf. "Alpiq muss endlich ihre Geschäfte mit dreckigen Energieträgern aufgeben und die Schweiz ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen versorgen", fordert Greenpeace-Sprecher Florian Kasser.


Vor dem Lausanner Palais Beaulieu Greenpeace, drinnen die Aktionäre. (Foto: Greenpeace)

Alpiq besitzt im Ausland Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Leistung von rund 3,5 Gigawatt, mehr als alle Atomkraftwerke in der Schweiz zusammen. Nach Recherchen des Klimakampagnier Peter Vogelsanger handelt es sich um Kraftwerke und Beteiligungen an 15 Standorten, wovon 3 Anlagen mit zusammen 1.200 Megawatt im letzten Jahr ans Netz gingen. Da die fossil-thermischen Kraftwerke und Beteiligungen nicht den erwarteten Ertrag abwerfen, hat Alpiq Anfang März ihren Wert berichtigen und einen Milliardenverlust vermelden müssen.

"Alpiq ist als größter Anteilseigner von Repower beispielsweise am Kohlekraftwerksprojekt in Brunsbüttel beteiligt", so Vogelsanger gegenüber klimaretter.info. Zudem plane Alpiq ein 1.000 Megawatt-Kraftwerk im tschechischen Mochow sowie den Ausbau eines Kohlekraftwerkes nahe Prag. Geplant sind zudem nach Greenpeace-Recherchen Investitionen via Beteiligung am Energieunternehmen Repower, in ein Kohlekraftwerk im süditalienischen Saline Joniche. Würden alle Kraftwerke gebaut, würden sie den Treibhausgas-Ausstoß der Schweiz um 40 bis 45 Prozent erhöhen.

klimaretter.info/reni
[Erklärung]  
Anzeige
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen