Greenpeace friert im Spessart
Trotz der eiskalten Temperaturen campieren Greenpeace-Aktivisten im Spessart. Da die bayerische Landesregierung Daten über öffentliche Wälder in Bayern zurückhält, wollen die etwa 20 Aktivisten selbst Informationen über die Bestände einholen. Es gebe keine Informationen darüber, welche Gebiete unter Schutz stehen und wo eingeschlagen wird. Die Aktivisten erstellen nun anhand von GPS-Geräten Karten zur Erfassung der über 140 Jahre alten Bäume, die sie öffentlich machen wollen. Greenpeace fordert sofortigen Einschlagstopp für alle Buchen- und Laubwälder in Deutschland, die über 140 Jahre alt sind. Solange, bis zehn Prozent des öffentlichen Waldes nicht mehr forstwirtschaftlich genutzt werden. Derzeit steht jedoch nur etwa ein Prozent Wald in Deutschland unter Schutz.

Ausgewählte Buchenwälder in Deutschland sind seit 2010 von der Unesco als Weltnaturerbe anerkannt. (Foto: weltnaturerbe-buchenwaelder.de)
"Wir brauchen dringend Auskunft, wo sich die besonders wertvollen Bestände befinden", so Martin Kaiser, Waldexperte von Greenpeace. "Nur so können wir sicher gehen, dass die alten Wälder ausreichend geschützt werden können." Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hatte gegenüber dem Präsident der bayrischen Waldbesitzer allerdings versprochen, dass Bayern keine Daten liefern würde. Die alten Wälder im Nordwesten Bayerns sind bedeutend für den Schutz der Artenvielfalt und als CO2-Speicher für den Klimaschutz.
Zudem veröffentlichte das Bundesagrarministerium am heutigen Donnerstag den Waldzustandsbericht 2011, in dem hervorgeht, dass besonders der Zustand der Buchen schlechter ist denn je. So betrage der Anteil der Kronenverlichtungen 57 Prozent, gegenüber dem Vorjahr eine Zunahme von 24 Prozent.
klimaretter.info/wort
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