Neue Bewegung beim Atommüll
Heute trifft sich Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder: Eine parteiübergreifende Einigung in der Endlagerfrage scheint wieder möglich. Dafür streiten sich Umweltschützer untereinander über den anstehenden Castortransport nach Gorleben.
Von Felix Werdermann
Eine "Konsensstimmung" hat Norbert Röttgen in der Atommüllfrage ausgemacht. Die will der Bundesumweltminister nun "für eine gemeinsame Endlagersuche" nutzen, wie er kürzlich in der Südwest Presse erklärte. Morgen trifft er sich mit den Ministerpräsidenten der Bundesländer, um das weitere Vorgehen zu besprechen.

Bei den Atomkraftgegnern im Wendland ist Norbert Röttgen nicht besonders beliebt - vielleicht wird das anders, wenn er bald nach anderen Endlagerstandorten als Gorleben sucht? (Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG)
Seine Worte hat Röttgen sicher strategisch gewählt – um den Druck zu erhöhen. Man möge die Endlagersuche doch nicht zum politischen Streitthema machen, so der Umweltminister. Andererseits stimmt aber auch, dass ein gemeinsames Vorgehen derzeit so wahrscheinlich ist wie lange nicht mehr. Durch den beschlossenen Ausstieg aus dem Atomausstieg ist wieder Schwung in die Debatte um Zwischen- und Endlagerung gekommen. Das führt zu Annäherungen, aber auch zu neue Fronten.
Greenpeace für Philippsburg
In der Umweltbewegung beispielsweise rumort es. Greenpeace wirbt mittlerweile für einen Castortransport zum Zwischenlager neben dem baden-württembergischen AKW Philippsburg, die Südwestdeutschen Anti-Atom-Initiativen sind empört und werfen der Umweltorganisation vor, der Atomindustrie "aus der Patsche zu helfen".
Real wird der Streit keine großen Auswirkungen haben, aller Wahrscheinlichkeit nach wird der Atommüll aus der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague Ende November doch wieder nach Gorleben gekarrt, die niedersächsische Landesregierung hat mittlerweile schon die Einlagerung genehmigt. Trotzdem zeigen die neuen Differenzen zwischen den Umweltschützern unterschiedliche Umgangsweisen mit der neuen Situation.
Greenpeace handelt strategisch und konzentriert sich auf die Endlagerdebatte, die derzeit auf der politischen Tagesordnung steht. Im Sommer ließ die Bundesregierung verlauten, sie wolle bis Jahresende einen Entwurf für ein Endlagersuchgesetz vorlegen. Jetzt sagt Umweltminister Röttgen zwar, er wolle sich "nicht unter unnötigen Zeitdruck setzen", aber hinter verschlossenen Türen wird bereits verhandelt.
Deswegen lässt Greenpeace derzeit fast nichts unversucht, um Gorleben zu verhindern. Die NGO argumentiert für das Zwischenlager in Philippsburg – nicht nur, weil das sicherer sei und der Transportweg kürzer, sondern vor allem, weil dann Gorleben nicht weiter als Endlagerstandort zementiert wird. Jedes Fass in Gorleben lässt die Wahrscheinlichkeit steigen, dass der Atommüll dort für immer bleibt.

Da soll der Castor hin: Ein Greenpeace-Video wirbt für Philippsburg. (Foto: Screenshot Youtube)
Gleichzeit betreibt Greenpeace viel Aufwand, um zu zeigen, dass in der Lagerhalle in Gorleben der Jahresgrenzwert für radioaktive Strahlung möglicherweise überschritten wird. Jetzt will die Organisation möglicherweise sogar klagen. Natürlich sollten geltende Vorschriften eingehalten werden, aber auch Greenpeace weiß, dass jeder Grenzwert mehr oder weniger willkürlich gesetzt ist. Einen fixen Punkt, ab dem Strahlung gefährlich ist, gibt es nicht.
Initiativen: Kein Castor, bevor AKW abgeschaltet sind
Die lokalen Anti-Atom-Initiativen wollen zwar auch wie Greenpeace ein Endlager in Gorleben verhindern. Sie agieren aber weniger strategisch, sondern lassen sich von der Maxime leiten: Kein Castortransport, bevor nicht alle Atomanlagen stillgelegt sind. Das hat ihnen während der rot-grünen Regierungszeit geholfen, als der damalige grüne Umweltminister Jürgen Trittin verkündete, Castorblockaden seien doch nun überflüssig.
Im Nachhinein hat sich gezeigt: Der rot-grüne Atomausstieg war keinesfalls so sicher wie behauptet und vielleicht ist es nur dem ständigen Weiterprotestieren über all die Jahre zu verdanken, dass nach Fukushima Hunderttausende Druck gemacht haben für die Rücknahme der schwarz-gelben Laufzeitverlängerung.
Nun muss die Maxime der Anti-Castor-Bewegung erneut auf den Prüfstand, denn der schwarz-gelb-rot-grüne Atomausstieg dürfte eine längere Halbwertszeit besitzen als der Atomkonsens von Rot-Grün. Wäre es nicht angebracht, die Kräfte auf die Verhinderung eines Endlagers in Gorleben zu konzentrieren?

Die Trecker sind immer dabei: Protest gegen den Castortransport nach Gorleben 2010.
Leicht wird das jedenfalls nicht. Seit jeher waren die Castorblockaden für viele vor allem Protest gegen Atomkraft allgemein. Und weil die AKW-Laufzeiten seit den Beschlüssen im Sommer nicht mehr zur Debatte stehen, läuft die diesjährige Mobilisierung nach Gorleben bislang auch etwas schleppend. Der Castor-Aktionstag – ein Warmlaufen für die Gorleben-Proteste - hat 6.000 Menschen auf die Straße gebracht, im letzten Jahr waren es über 10.000.
Neue Annäherung in der Politik
Auch in der Parteipolitik hat sich einiges getan: Nach Fukushima wird Baden-Württemberg nun grün-rot regiert, die Regierung ist offen für eine Endlagersuche im Ländle. Selbst das CSU-regierte Bayern verschließt sich dem nicht mehr. Diese beiden Bundesländer spielen aus zwei Gründen eine so wichtige Rolle: Zum Einen finden sich auf ihrem Landesgebiet geologische Formationen, die potentiell als Endlager in Frage kämen – das ist nicht in jedem Bundesland der Fall. Zum Andern waren Bayern und Baden-Württemberg lange Zeit gefestigte Unions-Hochburgen und Röttgen wollte sich ungerne mit seinen Parteikollegen anlegen.
Die neue "Konsensstimmung" liegt aber auch an einem vorsichtigen Stimmungswechsel in der Bundesregierung. Jetzt, wo mit dem breit getragenen Atomausstieg die Gefahr gebannt scheint, dass jede Endlagerdiskussion zur Parteiprofilierung instrumentalisiert wird, kann man sich vielleicht auf so etwas wie eine vergleichende Endlagersuche einlassen – und nicht bloß auf eine "ergebnisoffene", was eigentlich Grundvoraussetzung ist für jede Suche, die nicht Findung genannt werden soll.

Das Erkundungsbergwerk in Gorleben: Soll hier mal aller Müll vergraben werden? (Foto: Fice / Wikimedia Commons)
Freilich: Die Bundesregierung setzt weiterhin vor allem auf Gorleben – die Castoren sollen rollen und für die weitere Erkundung wird mehr als zehn Mal so viel Geld ausgegeben wie für die Suche nach Alternativstandorten.
Rückholbar oder nicht rückholbar?
In Stuttgart ist man schon weiter: Der grüne Umweltminister Franz Untersteller hat einen Vorschlag ausarbeiten lassen. Demnach werden bis 2014 vier mögliche Endlagerstandorte festgelegt, bis 2021 wird die Auswahl auf zwei Orte eingeschränkt, die anschließend beide untertägig erkundet werden. Klar soll sein: Der Atommüll wird in tiefen geologischen Formationen gelagert und zwar nicht-rückholbar. Für diese zwei Punkte spricht sich auch ein Positionspapier aus, dass die grüne Bundestagsfraktion vor Kurzem beschlossen hat.
Anders sieht das die Ethikkommission, die von der Bundesregierung eingesetzt wurde um die Kehrtwende in Sachen AKW-Laufzeiten halbwegs plausibel erscheinen zu lassen. Sie hat sich für eine rückholbare Endlagerung ausgesprochen. Damit hätte Gorleben schlechte Karten, denn bislang wurde gerade damit argumentiert, das Salz verschließe den Atommüll sicher und dauerhaft unter der Erde.

Dieser "Atommüll" ist definitiv rückholbar. (Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG)
Die Rückholbarkeitsfrage ist jedoch derzeit eine Nebendebatte und läuft Gefahr, für oder gegen Gorleben instrumentalisiert zu werden. Niedersachsens CDU-Ministerpräsident David McAllister hat sich beispielsweise für eine rückholbare Lagerung ausgesprochen, die SPD-Opposition hat ihm das sofort als taktisches Manöver ausgelegt um Gorleben zu verhindern. Entscheidend ist heute eben, ob der Salzstock weiter als Endlager zementiert wird - durch Erkundungsgelder und Castortransporten ins Wendland. Wenn das der Fall ist, hat sich die Rückholbarkeit irgendwann von selbst erledigt, eine ernsthafte, ergebnisoffene Debatte wird dann keiner mehr anfangen.
Helfen können jetzt vor allem die Bundesländer im Süden. Ob die Regierungen aber tatsächlich offen sind für eine Suche auf ihrem Landesgebiet, wird sich noch zeigen. Vielleicht ist auch für regierende Grünen-Politiker irgendwann die Rücksicht auf das eigene (zum Teil konservative) Wählerklientel wichtiger als die Ideale. Dann wird die politische Entscheidung vermutlich als wissenschaftliche getarnt, es werden Gutachten und Gegengutachten erstellt, welche geologischen Formationen angeblich am besten geeignet sind.
Grüner streitet mit Greenpeace
Einen ersten Vorgeschmack auf anstehende Diskussionen bietet ein Streit zwischen Greenpeace und Untersteller. Weigert sich der grüne Umweltminister, den Atommüll aus Frankreich erstmal im Ländle zwischenzulagern? Als Oppositionspolitiker hatte er sich noch dafür ausgesprochen - nun argumentiert er, der AKW-Betreiber EnBW müsse eine entsprechende Genehmigung beantragen, die Landesregierung könne das nicht alleine entscheiden. Allerdings hält Baden-Württemberg fast die Hälfte der EnBW-Aktien, deswegen fordert Greenpeace mehr Initiative vom Minister.

Wie viel Einfluss hat Umweltminister Untersteller auf den Atomkonzern EnBW? (Foto: franz-untersteller.de)
Fehlender Wille oder fehlende Kompetenzen? Das ist für Nicht-Juristen ähnlich schwer zu beantworten wie für Nicht-Geologen eine Aussage über die Eignung eines Endlagerstandorts. Eines aber zeigt die Diskussion über die Zwischenlagerung in Philippsburg: Auch unter sich politisch nahe stehenden Akteuren kann es hoch hergehen. Greenpeace spricht von "Wortbruch", Untersteller bezichtigt die Umweltschützer der "Stimmungsmache". Wenn es irgendwann um Atommüll für eine Million Jahre geht, dürften noch andere Geschütze aufgefahren werden.
Stehen nur noch zwei Standorte zur Auswahl, werden sich die lokalen Bürgerinitiativen möglicherweise gegenseitig bekämpfen. Aber das muss man in Kauf nehmen, wenn eine Vorentscheidung für Gorleben noch verhindert werden soll. Positiver Nebeneffekt: Weil sich zeigt, dass es kein sicheres Endlager gibt, sondern nur ein möglichst wenig unsicheres, kommt niemand mehr auf die Idee, irgendwann die AKW-Laufzeiten noch einmal zu verlängern.
Die Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt hat denn auch einen Sieben-Stufen-Plan zur Endlagerung veröffentlicht. Erster Punkt: Atommüllproduktion beenden. Zweiter Punkt: Gorleben begraben. Dann die Kriterien aufstellen und erst am Ende sollen die möglichen Standorte untersucht werden. Was nun die Politiker planen, passt den Atomkraftgegnern überhaupt nicht. "Wenn Röttgen und die Länderchefs jetzt überlegen, andere mögliche Standorte zu benennen, dann machen sie den gleichen Fehler wie in Gorleben erneut", sagt Sprecher Jochen Stay. "Die Kriterien würden an die Standorte angepasst und nicht die Standorte werden anhand von neutralen Kriterien bewertet."
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 11 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Rezension
Die Übermacht der fossilen Industrie In Bonn wird auf der UN-Frühjahrstagung gerade wieder über das Klima verhandelt. Ein umweltverträglicher Kapitalismus ist jedoch nicht abzusehen. Aber auch die Kritiker tun sich schwer - ihnen fehlen die Alternativen. Eine Rezension von Felix Werdermann [mehr...]
Meinungen: Standpunkte
"Altmaier muss die Energiewende retten" Nun ist es amtlich: Der Bundespräsident hat Norbert Röttgen (CDU) entlassen und Peter Altmaier (CDU) seine Ernennungsurkunde zum Umweltminister überreicht. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun einen ihrer engsten Vertrauten für das Projekt Energiewende ins Rennen schickt, ist wichtig für die Kontiunität der Energiewende und für das Kräftespiel zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium, findet klimaretter.info-Herausgeber Gero Lücking. [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13
Facebook Empfehlungen
klimaretter.info auf Twitter
klimaretter.info Newsfeed





Nur Wochen nach dem Castor-Transport von La Hague nach Gorleben sind Castoren aus Frankreich auf dem Weg ins Zwischenlager Lubmin - begleitet von Protesten. Im Atommüll-Lager Asse tritt immer mehr radioaktive Flüssigkeit aus und das AKW Biblis leckt.
Am Sonntag soll der Castor-Transport im Wendland ankommen. Greenpeace untersucht während der Fahrt Stahlung und Temperatur der Behälter: Dieses Jahr sind die Castoren wärmer.
Atommüll-Endlager: Anti-Atom-Bewegung warnt vor falschem "Wohlklang"
Am kommenden Donnerstag will der Bundestag das Energiekonzept der Bundesregierung verhandeln. Themen sind die geplante Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und der Atomfonds für die Energiekonzerne Eon, EnBW, RWE und Vattenfall. Eine Woche später rollt der Castor aus Frankreich ins Wendland. Für diesen Samstag ist schon einmal ein bundesweiter "Castor-Strecken-Aktionstag" geplant. Auf richterlichen Beschluss hin pausiert derweil die Endlagersuche in Gorleben.
Aktivisten benennen das Bundesumweltministerium in das "Atomministerium" um. Der Protest richtete sich gegen die Erkundung des Salzstocks Gorleben als Atommüllendlager
Die Laufzeitverlängerungen reißen einen alten gesellschaftlichen Konflikt wieder auf, der mit dem Atomkonsens eigentlich befriedet schien. Ausgetragen wird der Konflikt auf dem Rücken der Polizei, sagt Konrad Freiberg, Chef der Gewerkschaft der Polizei im klimaretter-Interview.
Die Bigshots sollen es richten: Am Dienstag findet in Berlin ein Chefgespräch zur Atom-Endlagersuche statt - Umweltminister Norbert Röttgen trifft sich mit Ministerpräsidenten und den Spitzenleuten von SPD und Grünen. Doch die Hürden sind hoch: Die Opposition fordert Zugeständnisse. Sie will, dass eine Vorfestlegung auf Gorleben wirklich ausgeschlossen wird.
Der Umweltminister will am Donnerstag nach Gorleben reisen. Atomkraftgegner kritisieren das Gesprächsangebot als "unredlich"
Traditionelle Castor-Auftakt-Demonstration im Wendland in Niedersachsen übertrifft alle Erwartungen
Ein Monat vor dem geplanten Atommülltransport nach Gorleben demonstrieren Atomkraftgegner in 57 Städten entlang der wahrscheinlichen Transportstrecke. Die Anti-Atom-Organisation Ausgestrahlt kritisiert, die Endlagersuche sei nicht ergebnisoffen, der Standort Gorleben werde durch den Castor "zementiert".
Verwaltungsgericht Lüneburg: Der Salzstock Gorleben darf weiter als potenzielles Endlager für Atom-Müll untersucht werden
In die Debatte um Alternativen zu Gorleben kommt neuer Schwung. Während Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) zumindest vorerst an der Erkundung des niedersächsischen Salzstocks als Atom-Endlager festhält, hat der baden-württembergische Umweltminister Franz Untersteller (Grüne) jetzt einen konkreten Vorschlag für eine neue bundesweite Endlagersuche gemacht: "Wir müssen in größter Offenheit und Öffentlichkeit diskutieren."
Atommüll aus Cadarache im Zwischenlager Nord angekommen: Proteste verzögerten den Transport für mehr als sechs Stunden
Die ersten Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll haben in der Nacht La Hague verlassen und sind zum Areva-Verladebahnhof nach Valogne gebracht worden



