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Aus für geplantes Kohlekraftwerk Krefeld

Der Widerstand hat sich gelohnt. Die Gesellschafterversammlung der Trianel Kohlekraftwerk Krefeld Projektgesellschaft hat heute entschieden, die Planungen für das Steinkohlekraftwerk in Krefeld-Uerdingen offiziell zu beenden. Stattdessen soll nun ein klimafreundlicheres Gaskraftwerk gebaut werden.

Von Eva Mahnke

Seit mehreren Jahren schon hatten Bürgerinitiativen und Umweltverbände gegen das geplante Kohlekraftwerk gekämpft. Während das 750 Megawatt-Kohlekraftwerk jährlich rund 4,4 Millionen Tonnen Kohlendioxid ausgestoßen hätte, wird das Gaskraftwerk die Atmosphäre mit circa 60 Prozent weniger Treibhausgasen belasten. Die Umweltverbände hatten die Kraftwerkspläne als unvereinbar mit den Klimaschutzzielen der rot-grünen Landesregierung kritisiert. Das Land, so hatte Dirk Jansen, Geschäftsleiter des BUND Nordrhein-Westfalen NRW, im Vorfeld argumentiert, könne sich keinen weiteren Klimakiller leisten. Schon heute verursacht das Bundesland rund ein Drittel der deutschen Emissionen.


Der Protest in der Region hat eine lange Tradition - Hier ein Protestaufruf von 2009. (Foto: Grüne Liga Waltrop)

Kohlekraftwerke stoßen nicht nur mehr Emissionen aus, sondern behindern auch den Ausbau der erneuerbaren Energien, weil sie nicht schnell auf das schwankende Stromangebot von Sonne und Wind reagieren können. Gaskraftwerke dagegen lassen sich flexibel regeln und damit weitaus besser mit den erneuerbaren Energien kombinieren. "Hocheffiziente und flexible Gaskraftwerke sind als Brückentechnologie hin zu einer Vollversorgung durch Erneuerbare Energien noch unverzichtbar", sagte Jansen.

Zu den Gesellschaftern von Trianel gehören rund 30 deutsche Stadtwerke. Vertreter des Campagnen-Netzwerks Campact hatten einem Vertreter von Trianel heute Mittag über 11.000 Protest-Unterschriften überreicht. Die Unterzeichner forderten die Stadtwerkevertreter auf, das Geld der Städte in umwelt- und klimaverträgliche Kraftwerksanlagen zu stecken. " Eine Entscheidung für den Klimakiller Kohlekraft", sagte Campact-Aktivist Ferdinand Dürr, könnten sie den Bürgerinnen und Bürgern ihrer Städte nicht vermitteln, die noch auf Jahrzehnte mit schmutzigem Kohlestrom versorgt würden."

Auch die Stadtwerke von Düsseldorf und Köln haben sich schon gegen den Bau neuer Kohlekraftwerke entschieden und setzen nun stattdessen auf effiziente Gaskraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung. Die Klima-Aktivisten hoffen, dass auch die Proteste gegen die geplanten Kohlekraftwerke in Lünen und Datteln Erfolg haben werden.


Wird nicht durch ein neues Kohlekraftwerk eretzt: Der alte Block von Trianel. (Foto: Trianel)

Nach einer aktuellen Umfrage von infratest dimap, die vom WWF Deutschland in Auftrag gegeben worden war, sprechen sich 94 Prozent der Deutschen für eine verstärkte Nutzung der Erneuerbaren Energien aus. Nur ein knappes Viertel der Befragten befürwortet einen verstärkten Ausbau der Kohlekraft, um den schrittweisen Wegfall der Atomkraftwerke zu kompensieren.

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