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"Areva hau ab!"

Die Welt nach Fukushima: In einer Serie beleuchtet klimaretter.info, welche Auswirkungen das Reaktorunglück auf die Atompläne einzelner Länder hat. Heute: Frankreich. Drei Monate nach dem Atom-GAU in Fukushima demonstrierten Atomgegner in Frankreich für einen schnellen Ausstieg. Unter ihnen auch viele Exil-Japaner.

Aus Paris Susanne Götze

Tausende Atomkraftgegner zogen am heutigen Samstag durch Paris und forderten einen Ausstieg aus der Atomkraft. Drei Monate nach der Atomkatastrophe in Fukushima gedachten die Demonstranten mit einem Marsch vom Platz der Repubik bis zum Pariser Rathaus und einem Konzert den Opfern in Japan. "Areva hau ab", "Atomausstieg - wir wissen, dass es geht", "Hört auf mit euren Lügen", skandierte die Menge.


Laut Veranstalter sollen sich bis zu 5000 Menschen dem Demozug angeschlossen haben. (Fotos: S. Götze)

Die Demonstranten - unter ihnen viele Japaner, die in Paris leben - kritisieren vor allem die Stillhaltepolitik der französichen Regierung, die weiterhin unbeirrbar an der Atomenergie festhält. Statt eines - wenigstens langfristigen Ausstiegs - bastelt die Regierung zusammen mit dem Atomkonzern Areva dagegen an der nächsten Generation von Atomreaktoren, die angeblich sicherer sein sollen. Derzeit ist Frankreich mit 58 Reaktoren zusammen mit den USA das Land mit dem höchsten Atomstromanteil.


"Franzosen und Französinnen: Ihr sitzt auf einer Bombe".

Für viele Umweltschützer zeigt aber der deutsche Atomausstieg, dass es Alternativen gibt. Sie wollen verhindern, dass Fukushima wieder in Vergessenheit gerät und die Regierung mit ihrem "Weiter so" durchkommt. "Wir sind umzingelt von AKWs, jeden Moment könnte etwas passieren", erklärt ein Aktivist wütend. Viele sind zur Demonstation gekommen, um wenigstens eine öffentliche Debatte über Möglichkeiten eines Ausstiegs anzustoßen. Diese hatte es in den ersten Wochen nach Fukushima zwar gegeben, jedoch rangen sich nicht einmal die Sozialisten (PS) zu einem klaren Nein zur Atomkraft durch.


Drei Monate nach Fukushima: Die Demonstranten gedachten den Opfern der Katastrophe, auch viele Pariser Japaner schlossen sich der Demo an.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte das Netzwerk "Sortir du nucleaire". Es schlossen sich unter anderem die französischen Grünen, linke Parteien wie "La Gauche" und die "NPA" sowie Umweltverbände und Attac an. In unzähligen französischen Städten sowie in Brüssel fanden zudem Aktionen anlässlich der Katastrophe in Fukushima statt.

Die Welt nach Fukushima - bislang erschien in unserer Serie:

Ukraine: Tschernobyl - war da was? - aus Kiew Nick Reimer
Japan: Der Widerstand wächst
- aus Tokio Suvendrini Kakuchi

Afrikas atomare Träume - aus Nairobi Marc Engelhardt
Areva: Atomgeschäft go - Susanne Götze (Paris), Felix Werdermann (Berlin)
Warten auf das Glühwürmchen Nr. 3
- aus Porto Alegre Gerhard Dilger
Finnland, das Japan des Nordens
- aus Stockholm Reinhard Wolff

In Russland ändert sich nichts
- aus St. Petersburg Angelina Davydova

Schwedens AKW sind keine Japaner
- aus Stockholm Reinhard Wolff

Stars und Stripes und die Atomkraft
- aus Washington Arne Jungjohann
Thais wollen keine Atomkraft mehr
- aus Bangkok Christian Mihatsch
Frankreichs Atomgegner wittern ihre Chance
- aus Paris Susanne Götze

100.000 halten Mahnwache
- aus Berlin Nick Reimer

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