Bäume pflanzen gegen CCS
Bürgerinitiativen und Umweltverbände pflanzen Bäume, um gegen die Abspaltung und Speicherung von Kohlendioxid zu protestieren. Bis Sonntag sollen bundesweit 14.000 Bäume geplanzt werden. Das CCS-Gesetz ruht weiter - noch wehren sich einzelne Länder dagegen.
Von Johanna Treblin
Ab heute wird gepflanzt. Bundesweit wollen Umweltverbände und Bürgerinitiativen bis Sonntag an mehr als 100 Orten rund 14.000 "Bäume statt CO2-Endlager" pflanzen. Ziel von Robin Wood, Wikiwoods, BUND und anderen ist es, ein risikofreie und natürliche Alternative zur umstrittenen CCS-Technologie zur Abspaltung und unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid aufzuzeigen.

Bäume pflanzen, um Kohlendioxid zu binden - Pflanzaktion in Bliesgau (Fotos: Wikiwoods)
Rund 7.000 Bäume will die Bürgerinitiative "Kein CO2-Endlager Altmark" aus Sachen-Anhalt allein in ihrer Region pflanzen. Dort wollen die Energiekonzerne Vattenfall und Gaz de France in einer Erdgaslagerstätte in einem Pilotprojekt 100.000 Tonnen Kohlendioxid verpressen. Die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe rechnet allerdings mit einem Potential der zweitgrößten Lagerstätte Europas von 500 Millionen Tonnen. Dabei liegt der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß von Deutschland bei 900 Millionen Tonnen.
Der BI zufolge können 7.000 Bäume in den kommenden 100 Jahren mehr als 20.000 Tonnen des schädlichen Klimagases auf natürliche Art und Weise der Atmosphäre entziehen. Der Flächenbedarf liege dabei bei nur 1,5 Hektar. Um die gesamten möglichen 500 Millionen Tonnen der Erdgaslagerstätte zu kompensieren, wäre die Aufforstung mit Bäumen auf einer Fläche von 37.500 Hektar notwendig, was acht Prozent der Fläche der Altmark entspreche.

Das CCS-Projekt in der Altmark war im April zunächst auf Eis gelegt worden. Gaz de France wollte erst auf gesetzliche Regelung für die umstrittene Technik der Kohlendioxid-Abscheidung und Verpressung warten. Ein neuer CCS-Gesetzentwurf der Bundesregierung liegt seit Juli vor.
Umwelt- und Wirtschaftsministerium arbeiten derzeit an einem neuen Entwurf für das Gesetz, der ursprünglich in dieser Woche im Kabinett verhandelt werden sollte. Von der Tagesordnung genommen wurde der Entwurf Medienberichten zufolge aufgrund der Intervention von Schleswig-Holstein. Das Bundesland will Einspruchsmöglichkeiten gegen CCS-Anlagen auf seinem Gebiet, was das Gesetz bisher nicht vorsieht.
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