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Schlichtung um S21 bisher ohne Ergebnisse

Am Montag demonstrierten wieder 25.000 Menschen gegen Stuttgart 21. Das dritte Schlichtungsgespräch verlief ohne Ergebnisse. Am Mittwoch ist das Thema im Bundes-Verkehrsausschuss zur öffentlichen Anhörung.

Von Johanna Treblin

Gegen das Bahn-Projekt Stuttgart 21 zum Neubau des Stuttgarter Hauptbahnhofs haben am Montagabend wieder mehrere tausend Menschen demonstriert. An der 51. Montagsdemonstration beteiligten sich gestern nach Veranstalterangaben 25.000 Menschen. Die Polizei sprach von 8.000 Teilnehmern.


Stuttgart 21 jetzt auch als Modell für Modelleisenbahn-Liebhaber. (Foto: Busch)

Das Projektteam um Stuttgart 21, zu dem das Land Baden-Württemberg und die Bahn gehören, will in der Landeshauptstadt einen unterirdischen Durchgangsbahnhof bauen. Seit Monaten laufen die Proteste dagegen auf Hochtouren. Die Gegner kritisieren unter anderem die hoch angewachsenen Kosten, außerdem die Reduzierung der Gleise von 16 auf acht. Sie fordern mehr Mitspracherecht der Bürger der Stadt und mehr Transparenz seitens des Projektteams.

Der Streit zwischen Gegnern und Befürwortern soll nun mit Schlichtungsgesprächen, geleitet von Heiner Geißler (CDU), in konstruktive Bahnen gelenkt werden. Am vergangenen Freitag trafen sich die Teilnehmer der Gespräche bereits zum dritten Mal. Eine Einigung ist allerdings nicht in Sicht. Die Projektgegner werfen den Befürwortern vor, ihre Argumente würden "immer dünner".

Die Parkschützer, eine der aktiven Gegner-Gruppen, nimmt an den Gesprächen nicht teil, weil die Bahn die Bauarbeiten bis zum Ende der Schlichtung nicht aussetzen will. Geißler hatte auch die Projektgegner aufgefordert, sich während der Schlichtungsphase an die Friedenspflicht zu halten. Am vergangenen Dienstag hatten jedoch laut ZEIT Gegner am Stuttgarter Schlossgarten die Zufahrt zur Baustelle für das Grundwassermanagement blockiert.

Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hat derweil wieder für einen Kompromiss geworben. Das Projekt könne abgeändert werden. "Wenn das Geld kosten sollte, dann muss man darüber reden können", sagte Mappus gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. Er kritisierte aber auch die Haltung der Projekt-Gegner: Sie sollen einen Alternativvorschlag vorlegen. Es reiche nicht aus, zu sagen, das Projekt sei zu teuer. Eine Alternative könne allenfalls sein: "Wir machen das Projekt, aber nicht so."

Die Chefs mehrerer Industrieunternehmen stellten sich hinter das Projekt. Auf Initiative von Jürgen Hambrecht, Vorstandsvorsitzender des Chemiekonzerns BASF, erklärten die Chefs von Daimler, Bosch und EnBW, das Projekt sei von großer Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung und die Zukunft des Landes. Davon würden vor allem die Menschen in Baden-Württemberg profitieren. Hambrecht: "Industrieunternehmen sind auf eine moderne Infrastruktur genauso angewiesen wie unser Körper auf einen verlässlichen Blutkreislauf.

Am Mittwoch beschäftigt sich der Verkehrsausschuss des Bundestags in einer öffentlichen Anhörung mit Stuttgart 21.

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