Camp in rheinischem Braunkohlerevier
Unweit der Abbruchkante des Braunkohletagebaus Garzweiler 2 veranstaltet die BUNDjugend ihr diesjähriges Klimacamp. Borschemich – nirgendwo in Deutschland wird mehr Kohlendioxid produziert. Im Oktober ist ein Aktionstag geplant.
Aus Borschemich Hanno Böck
Wenn es nach den Plänen von RWE geht, wird es das kleine Dorf Borschemich in wenigen Jahren nicht mehr geben – es ist eines von vielen Dörfern, das dem Braunkohletagebau Garzweiler 2 weichen soll. Etwa einhundert Menschen zelten hier seit knapp einer Woche auf dem von der BUNDjugend organisierten Klimacamp.

Klimacamp 2010 - im von Tagebau bedrohter Region. (Foto: Ulrich Wevers)
Garzweiler 2 wurde 1998 von der damaligen rot-grünen Landesregierung unter Bärbel Höhn und Wolfgang Clement genehmigt. Seit über 50 Jahren werden im rheinischen Braunkohlerevier, zwischen Aachen, Mönchengladbach und Köln, Menschen für den Braunkohletagebau vertrieben. 10.000 Menschen in 20 Dörfern sollen in den kommenden Jahren für die Erweiterung der Tagebaue Garzweiler und Hambach folgen. Vor allem aber stehen hier einige der größten Kohlendioxid-Produzenten Europas – die Kraftwerke Frimmersdorf, Neurath, Niederaußem.

Das 200 Meter tiefe Loch Garzweiler 2. (Foto: Böck)
Borschemich hat längst Züge einer Geisterstadt. Viele Häuser sind bereits an RWE verkauft und stehen leer – die verbleibenden Einwohner sind oft resigniert von jahrelangen erfolglosen Kämpfen gegen die Umsiedlung.
Wegen des Camps hat RWE die Sicherheitsmaßnahmen erhöht – zusätzliche Streifen fahren durch das Dorf, die Sperrzonen um den Tagebau wurden ausgeweitet. Politisch erhielt das Camp Gegenwind – ursprünglich der BUNDjugend zugesagte Fördergelder wurden gestrichen – offiziell wegen eines Formfehlers, doch die BUNDjugend vermutet eine Maßnahme der Braunkohle-freundlichen alten Landesregierung, die Proteste zu schwächen.

""Wer anderen eine Grube gräbt..." - Aktionstage im Braunkohlerevier.
Das Camp soll nur der Auftakt für weitere Proteste sein. Vom 15. bis 17. Oktober wird zu Aktionstagen im rheinischen Braunkohlerevier eingeladen. Höhepunkt soll eine Massenaktion zivilen Ungehorsams bilden – im Rahmen eines internationalen Aktionstags, den das Netzwerk Climate Justice Action ausgerufen hat. Auch in anderen Ländern werden dazu Aktionen stattfinden.
Die Schlagzeilen um 03 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Danke, lieber Fritz Vahrenholt! Energiekonzerne können bohren, fracken und teersanden so viel sie wollen, ohne dass ihnen linksradikale Umweltschützer noch in die ölige Suppe spucken können. Alles wird gut. Vielen Dank, liebe Sonne! Vielen Dank, Fritz Vahrenholt! [mehr...]
Meinungen: Kommentar
Keine Blackout-Angst Der Winter ist kalt und das Stromnetz bleibt stabil - die Energiewende führt nicht zum befürchteten Blackout.Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Jahresrückblick
2011: Das Jahr der Rekorde
Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]
Aktion des Monats In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
Die Gesetze der Energiewende
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | In eigener Sache Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Bild & Vahrenholt: Die Lüge von der CO2-Lüge
Der Chef des Springer-Verlags, Matthias Döpfner, hat vor Jahren mal über sein Boulevardblatt Bild gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Das betrifft offenbar nicht nur Promis, sondern auch[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13
Facebook Empfehlungen
klimaretter.info auf Twitter
klimaretter.info Newsfeed



Vom 12. bis 16. Oktober finden weltweit Aktionen für Klimagerechtigkeit statt - ausgerufen von indigenen Bewegungen in Amerika und dem Netzwerk Climate Justice Action. Höhepunkt hierzulande soll eine Aktion im rheinischen Braunkohlerevier werden.
Braunkohle ist der mit Abstand klimaschädlichste Energieträger. Mit seinem Plan, im nordrhein-westfälischen Niederaußem ein neues Kraftwerk zur Braunkohleverstromung zu errichten, sorgt der Essener Konzern RWE für einen weiteren Konfliktfall in der rot-grünen Energiepolitik des Landes. Umweltschützer kritisieren die regierende Ökopartei, auch an der Basis rumort es.
Klimaschützer haben die RWE-eigene Hambachbahn blockiert. Die Schienenstrecke versorgt das größte und klimaschädlichste Kraftwerk Deutschlands mit Braunkohle aus dem nahegelegenen Tagebau. Die Kohleversorgung war für mehr als zehn Stunden unterbrochen.
Kerpen-Manheim ist nur wenige Kilometer von der Kante des Tagebaus Hambach entfernt. Hier campten etwa 300 Menschen eine Woche lang gegen die Braunkohlepläne von RWE – inklusive einer Blockade der konzerneigenen Hambachbahn. Das rheinische Klimacamp bot viele Gelegenheiten, mit den vom Tagebau betroffenen Menschen – baldige oder ehemalige Umsiedler und Randbetroffene – in Kontakt zu kommen.
Umweltverbände übergeben Sammeleinwendungen gegen Braunkohleprojekt von Vattenfall
Nach einem Gerichtsurteil musste die Bundesregierung die Liste mit den Subventionsempfängern wieder öffentlich machen. Hauptsächlich profitieren große Konzerne. Der BUND fordert eine EU-Agrarreform.
Brandenburgs Umwelt- und Wirtschaftsministerien präsentierten heute die Eckpunkte für die geplante Energiestrategie 2030. Der Entwurfstext wird jedoch nur ausgewählten Organisationen zur Verfügung gestellt. Die Landesregierung setzt weiter auf Braunkohle, dies soll mit CCS-Technologie ausgestattet werden. Notwendig ist hierfür ein europaweites Kohlendioxid-Pipelinenetz.


