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Laufend gegen Atomkraft

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Aus Berlin LUISE NEUMANN-COSEL

Der Startschuss für den Widerstand gegen ein Comeback der Atomenergie in Deutschland fiel am Montag Nachmittag um kurz nach fünf: 1.500 Demonstrierende liefen unter dem Motto "Warmlaufen für den Widerstand - Atomkraft kaltstellen" von der CDU-Parteizentrale zur nordrhein-westfälischen Landesvertretung. Dort arbeiten derzeit die Parteispitzen von Union und FDP an einem Koalitionsvertrag. Der Sprint zum Start soll erst der Anfang gewesen sein: Die Veranstalter kündigten Proteste über die gesamte Dauer der Koalitionsverhandlungen an. 

Der Großteil der Teilnehmer hatte den Titel der Veranstaltung wörtlich genommen und kam mit Turnschuhen, Fahrrädern oder Inline-Skates. Nach dem Aufwärmen - "Wir machen zwar Hampelmänner, aber wir machen uns nicht zum Hampelmann!" - joggte die Menge die 1.600 Meter vor die Tore der Koalitionäre.

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Viele der Atomkraftgegner fürchten von der schwarz-gelben Regierung ein Abrücken vom Atomausstieg. Da helfen auch keine Beteuerung aus Kreisen der FDP und der Union, Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke würden "kein Selbstläufer". In der Bewegung bleibt man skeptisch: "Wir befürchten, dass die Atomfans aus Union und FDP Kreide fressen, um die atomkritische Stimmung im Land nicht noch weiter anzuheizen", meint Jochen Stay, Sprecher der Organisation ausgestrahlt, die gemeinsam mit dem Online-Netzwerk Campact und dem Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) zum Warmlaufen aufgerufen hatte.

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Campact-Sprecher Christoph Bautz hielt die Botschaft der Aktion für unmissverständlich: "Wer am Atomausstieg rüttelt, wird ein Comeback der Anti-Atom-Bewegung erleben!" Eine ähnliche Sprache sprechen auch die knapp 75.000 Unterschriften, die die Organisation seit dem Wahlsonntag gegen den Ausstieg aus dem Ausstieg gesammelt hat.

Die Demo zum Warmlaufen machte erneut auch noch einen ganz anderen Faktor sichtbar: Das Spektrum der Aktivisten gegen Atomkraft ist ein Generationen übergreifendes. Nicht nur die Brokdorf-Gegner, die schon vor dreißig Jahren auf der Straße standen, auch deren Kinder waren bei der gestrigen Demo zugegen. Der Dauerlauf als Paradedisziplin: Kaum eine andere Bewegung kann wohl von sich behaupten, einen so langen Atem zu haben.



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Warmlaufen vor der CDU-Parteizentrale: Demonstriert wurde am Montag übrigens auch an der Endlager-Bohrstelle in Gorleben
 
(Fotos: Andreas Conradt/PubliXviewinG, Böck)

 

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