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Angriff auf Kunstwerk für den Klimaschutz

Mit der Installation "Sorry, 2050" wollte der Siegburger Maler und Künstler Hermann-Josef Hack auf die Folgen unseres ausbleibenden Handelns im Klimaschutz aufmerksam machen. Jetzt wurde das Kunstwerk für die künftigen Opfer des Klimawandels mit rassistischen Hassparolen geschändet.

Ein Bericht aus Siegburg

Am 9. August wurde die Installation "Sorry, 2050!" des Künstlers Hermann Josef Hack, die erste Gedenkstätte für künftige Klimaopfer, durch Vandalen zerstört. Seit dem 2. Juli dieses Jahres steht sie vor dem ICE-Bahnhof der Kreisstadt Siegburg, um den Passanten eine Gelegenheit zu geben, sich schon jetzt bei den kommenden Opfern der Klimakatastrophe dafür zu entschuldigen, dass wir die Babys von heute tatenlos in die Katastrophe entlassen.

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Verwüstet: Mit dem Gedenkort wollte der Siegburger Maler Hermann Josef Hack auf die Folgen des Nichthandels aufmerksam machen. (Foto: hermann-josef-hack.de)

Die Personifizierung der Opfer soll verständlich machen, dass die Geschädigten unseres Nichtstuns nicht irgendwelche Fremden in ferner Zukunft, sondern unsere eigenen Kinder und Enkel sind. In einem Kondolenzbuch kann jeder seine Botschaften an die Nachfahren hinterlassen, auch seine Entschuldigung, weshalb er oder sie so wenig unternommen hat, um den folgenden Generationen genügend Ressourcen für ein Überleben zu lassen.

Wie die Einträge im Kondolenzbuch sowie Fotos und andere Beiträge am Bauzaungitter und auch abgelegte Blumen und Kerzen belegen, war die Beteiligung bisher so groß, dass Hack die Installation über das geplante Datum hinaus verlängerte.

Dass auch die Fratze des Fremdenhasses sichtbar wurde, beweist nur, wie wichtig die Installation ist. Am Wochenende wurde die Hälfte der Installation mit großer Gewaltaufwendung abgerissen und in den Schmutz geworfen, Plüschtiere wurden zerstört und im Kondolenzbuch fand sich dazu der Eintrag: "Nur ein toter Ausländer is ein guter Ausländer. Sieg Heil".

Hack informierte die Polizei, die den Staatsschutz eingeschaltet hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung und hat Beweise sichergestellt.

Hack: "Diese vorsätzliche Tat bestätigt die Bedeutung der Kunstinstallation, zeigt sie doch auf, welches Konfliktpotenzial der Klimawandel hier bei uns aufweist. Dass extrem fremdenfeindliche Menschen sich unter uns bewegen, ist leider nicht neu. Wenn aber schon die symbolische Installation so viel Ärger und Aggression erzeugt, wie wird es erst sein, wenn durch den Klimawandel immer mehr Menschen heimatlos und als Flüchtlinge unsere Hilfe suchen werden?"

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Zukunftsgerichtete Kunst: Der Beuys-Schüler und Künstler Hermann-Josef Hack vor der Installation. (Foto: hermann-josef-hack.de)

Hack hat die Installation notdürftig restauriert, bis auf Weiteres soll sie auch in dieser Form als Mahnmal fungieren.

Redaktionelle Anmerkung: Hermann Josef Hack ist Kolumnist bei klimaretter.info

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