Platzeck: Noch viele Jahre Braunkohle
Trotz des wahrscheinlichen Aus der CCS-Technologie will Matthias Platzeck (SPD) ein neues Kohlekraftwerk in Jänschwalde. "Wir brauchen die Braunkohle noch eine ganze Weile als Brückentechnologie", erklärte der Brandenburger Regierungschef der Lausitzer Rundschau. Mehrere Jahrzehnte auf jeden Fall, fügte Platzeck hinzu. Dies bedeute, dass die Sozialdemokraten in Brandenburg hinter dem Vattenfall-Projekt in Jänschwalde stehen - auch ohne CCS-Technik, aber "auf dem neuesten Stand der Kraftwerkstechnik".

Brückentechnologie: neun Braunkohlereaktoren arbeiten in Jänschwalde. (Foto: Reimer)
Aktuell schmort das Gesetz zur unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CCS-Gesetz) im Vermittlungsausschuss von Bundestag und Bundesrat schmort. Platzeck sagte, "der Wert der Kohle wird sogar noch steigen, wenn es mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien nicht so schnell vorangeht, wie wir heute vielleicht denken." Gerade aus dem Netzausbau, der den Ausbau der erneuerbaren Energien bremse und auch den Anschluss weiterer Wind- oder Solaranlagen verzögere, ergebe für den Ministerpräsidenten eine Vielzahl von offenen Fragen, die der "überhastete Atomausstieg" aufwerfe, wie die lausitzer Rundschau schreibt.
Das die SPD-Position pro Braunkohle beim Koalitionspartner - der Linkspartei - auf Ablehnung stosse glaube Platzeck nicht. "Es gibt im Koalitionsvertrag klare Festlegungen, und wir haben ja einen Wirtschaftsminister, der da auch eine klare Linie vertritt", sagt er. Die Linksparte war im Wahlkampf mit dem Versprechen angetreten, aus der Braunkohle schnellstens aussteigen zu wollen, hatte nach der Wahl dies aber selbst negiert. Vattenfall hatte ursprünglich geplant, ab 2014 in Jänschwalde an der Grenze zu Polen für 500 Millionen Euro ein erstes grosstechnisches CCS-Kraftwerk zu bauen.
klimaretter.info/reni
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