Entwicklungsländer: Occupy Durban!
Delegierte der am meisten vom Klimawandel betroffenen Staaten erwägen Protestaktionen auf der Wletklimakonferenz in Durban. Sie folgen damit einem Aufruf des ehemaligen Präsidenten Costa Ricas, José María Figueres: "Ich rufe all jene Nationen zu 'Occupy Durban' auf, die besonders bedroht sind. Wir brauchen eine Botschaft der Solidarität all dieser Länder, die am meisten vom Klimawandel betroffen sind. Sie gehen von einer Konferenz zur nächsten ohne Antworten auf jene Themen, die dringend zum Handeln aufrufen."

Eröffnungsveranstaltung der Weltklimakonferenz in Cancún. (Foro UNFCCC)
Figueres begründet seinen Aufruf mit der Ergebnislosigkeit bisheriger Gipfel: "Wir reisten mit der Illusion nach Kopenhagen, ein gerechtes Abkommen schaffen zu können. Wir reisten nach Cancún, wo wir geringe, aber allenfalls ungenügende Entwicklungen sahen. Die Frustration ist tief und baut sich weiter auf. Nun hören wir, dass wir mehr Konferenzen brauchen. Irgendwann einmal müssen wir ernsthaft handeln. Wir sollten in Durban deutlich klarmachen, dass wir hier nicht mehr mitmachen bis überzeugende und gehaltvolle Fortschritte gemacht wurden.
Sprecher des Verhandlungsblocks der Entwicklungsländer lehnten es bisher ab, den Aufruf offiziell zu kommentieren. Ein Repräsentant erklärte jedoch laut Guardian: " Die 'Occupy Wall Street' Bewegung und die 'Occupy Weltklimaverhandlungen' behandeln dasselbe Problem. Wir benötigen derlei, um positive Resultate zu erreichen. Anderenfalls wird es noch enttäuschender als in Cancún." Er warnte aber auch: "Es gibt Überlegungen unter den Delegierten, die Tagungsräume zu besetzen. Dies könnte zu Sanktionen führen. Es müsste gut geplant sein, um etwas bewirken zu können. Wir stehen erst am Anfang."
Der Sprecher des 53 Nationen starken Afrikablocks, Seyni Nafo, sympathisiert ebenfalls mit den 'Occupy'-Überlegungen: "Wir verstehen die Situation Europas und Japans, aber es scheint, dass die Bekämpfung des Klimawandels keineswegs mehr auf der globalen Agenda steht. Aktionen, die das sichbar machen und zurück in die Öffentlichkeit rufen, muss man daher erwägen. Wir ziehen hier vielerlei Wege und Optionen in Betracht. Man sollte sie ernst nehmen", so Nafo.
Erst gestern hatte EU-Klimaschutzkommissarin Connie Hedegaard für verbindliche Klimaschutzziele erst im Jahr 2015 plädiert. Die Allianz der kleinen Inselstaaten (AOSIS), der rund 40 Nationen angehören, kritisierte dies. Verzögerungen dieser Art seien "rücksichtslos und unverantwortlich".
klimaretter.info/tony
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