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Akropolis statt Agrosprit bei G20

Der G20-Gipfel von Cannes ist zu Ende, ob die beschlossenen Konsequenzen für die Finanzmärkte greifen werden, scheint zweifelhaft. Die Halbwertszeit von Gipfelbeschlüssen ist kurz. Das zeigt auch die Studie, die die 20 Industrie- und Schwellenländer beim letzten Gipfel in Seoul bei FAO, Weltbank und acht anderen internationalen Organisationen angesichts der Explosion der Nahrungsmittelpreise bestellt hatten: "Price Volatility in Food and Agricultural Markets: Policy Responses" heißt das Gutachten und wurde schon im Mai 2011 veröffentlicht. Konsequenzen in Cannes: Keine.


Zapfsäule für Agrosprit. Um sie zu füllen, wird gerodet, gesät, gespritzt und geerntet. Alles für den Klimaschutz sagen die einen. Für zunehmenden Welthunger, Armut und Umweltzerstörung verantwortlich, die anderen.

Dabei empfiehlt die Studie den weitgehenden Verzicht auf Agrospritsubventionen: Die Regierungen der G20 müssten „in ihren nationalen Richtlinien die Bestimmungen streichen, die die Produktion und den Verbrauch von Biosprit subventionieren und lenken”, heißt es darin. Von 2007-2009 habe der Anteil der Produktion für Agrosprit für Zuckerrohr bei 20 Prozent und bei neun Prozent für Ölsaaten gelegen: "Bei einem solchen Anteil von Biotreibstoffen bei den betreffenden Produkten ist es nicht verwunderlich, dass die Weltmarktpreise substanziell höher sind als sie sein würden, wenn keine Biotreibstoffe produziert worden wären." Auch die Weizenpreise würden dadurch indirekt beeinflusst.

Der Report empfiehlt auch "die Beschleunigung wissenschaftlicher Forschung, Kohlendioxidemissionen zu reduzieren und Nachhaltigkeit und Energiesicherheit zu verbessern". Auch das war heute kein Thema: Akropolis ging vor Agrotreibstoff.

klimaretter.info/mare/tony


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