EU: Teersand klimaschädlich
Die EU-Kommission will in der so genannten Fuel Quality Directive (Treibstoffqualitätsrichtlinie) Teersande gesondert aufführen - und geht davon aus, dass diese höhere Treibhausgasemissionen haben als konventionelles Öl. Das würde effektiv einem Importverbot für Öl aus kanadischen Teersanden bedeuten. Der Vorschlag der Kommission sieht vor, bei Teersand-Öl von 107 Gramm Kohlendioxid-Emissionen pro Megajoule Energie auszugehen. Für konventionelles Öl liegt dieser Wert bei 87 Gramm. Für Ölschiefer wies die Kommission einen Wert von 131 Gramm zu, für Öl aus Kohleverflüssigung 172 Gramm.

Abbau mit weitreichenden Umweltfolgen: ein Teersand-Tagebau in Kanada. (Foto: Greenpeace)
Die Fuel Quality Directive der EU schreibt der Industrie vor, dass die Treibhausgasemissionen bei der Treibstoffgewinnung sinken müssen. Durch die gesonderte Aufnahme von Teersand mit einem höheren Emissionswert führt das praktisch dazu, dass Importe von Öl, welches aus Teersanden gewonnen wird, nicht mehr zulässig sind. Kanada hatte durch massive Lobbyanstrengungen versucht, genau dies zu verhindern. Unterstützt wurden die kanadischen Bemühungen von Politikern aus den Niederlanden und dem Vereinigten Königreich - die mutmaßlichen Gründe: Shell und BP.
Bislang spielen Importe von Öl aus Kanada in Europa zwar praktisch keine Rolle, der Ausseinandersetzung wird aber eine hohe symbolische Bedeutung beigemessen. Kanada befürchtet, dass andere Staaten - vor allem die USA - dem Beispiel Europas folgen könnten.
Bei Teersand handelt es sich um eine Mischung aus Bitumen, Sand und anderen Stoffen. In Tagebauen wird das Material abgebaut, abschließend wirdmit hohem Energieaufwand hieraus Öl gewonnen. Die mit Abstand größten Teersand-Vorkommen der Welt befinden sich im kanadischen Saskatchewan.
klimaretter.info/hb
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