"Die Klimapolitik steckt in der Krise"

Die internationalen Verhandlungen für ein weltweites Klimaabkommen stecken in der Krise - da könne man nichts schön reden, erklärte der Exekutivdirektor des UN-Umweltprogramms UNEP, Achim Steiner, in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. Auch auf der nächsten Klimakonferenz im südafrikanischen Durban im kommenden Dezember könnte es knapp werden. Sollte ein Nachfolgeabkommen nicht gelingen, hätte zumindest Europa ein großes Problem, da die jetzige Verpflichtungsperiode unter dem Kyoto-Protokoll nur bis 2012 gültig ist.


(Foto: UNFCCC)

So könnten zwar auch ohne weltweites Abkommen wichtige Maßnahmen zur Treibhausgasreduzierung vorgenommen und angeschoben werden - dennoch sei es unmöglich, in der Größenordnung Veränderungen herbeizuführen, wie sie nötig wären, erklärte Steiner. Ohne ein entsprechendes Abkommen, an dem alle UN-Mitgliedsstaaten teilnehmen, könne das kritische Zwei-Grad-Ziel nicht mehr eingehalten werden.

Der UNEP-Chef ist allerdings zuversichtlich, dass die EU ihr Klimaziel auf 30 Prozent Reduktion bis 2020 im Vergleich zu 1990 aufstocken werde. Zwar sei das auf repräsentativer Ebene gerade kein Thema, dennoch glaube er, dass sich die meisten Länder schon längst mit einer Erhöhung des Ziels abgefunden hätten - vor allem weil Europa schon bald sein 20-Prozent-Ziel erreichen wird. Viele Länder hätten erkannt, dass Klimaschutz auch Innovation und Wettbewerbsfähigkeit bedeute. 

Hoffnungen auf eine wirkliche politische Wende in den USA hat Steiner hingegen kaum. Es sei nicht zu erwarten, dass die USA in absehbarer Zeit klimapolitisch wieder "handlungsfähig" sein werden. Er beobachte viel mehr Bewegung in den reichen Schwellenländern wie China und Indien, wo sehr viel in eine "Low-Carbon-Economy der Zukunft" investiert würde.

klimaretter.info/sg

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