AKW-Stresstests nun auch in Japan
Auch Japan will nun seinen gesamten Reaktorbestand auf dessen Sicherheit überprüfen. Der japanische Wirtschaftsminister Banri Kaieda verkündete gegenüber der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo, dass die sogenannten Stresstests das Sicherheitsbedürfnis der Bevölkerung befriedigen sollen. Angesichts der schon seit Monaten bestehenden Stromknappheit im Land will der Minister die Kraftwerke jedoch so bald wie möglich wieder ans Netz nehmen.

Verordnetes Stromsparen im Großraum Tokio (Foto: Wikipedia/Morio)
Derzeit sind in Japan nur 19 von 54 Meilern in Betrieb. Zum Teil sind sie beschädigt, zum Teil jedoch auch jetzt schon wegen Sicherheitsbedenken abgeschaltet. Um der damit verbundenen Stromknappheit Herr zu werden, greift die Insel mittlerweile zu drastischen Maßnahmen. Die Regierung hat die Unternehmen im Großraum Tokio sowie in einem weiteren Industriegebiet im Nordosten des Landes aufgefordert, ihren Stromverbrauch um 15 Prozent zu reduzieren. Verbrauchen die Unternehmen mehr Strom, müssen sie mit Geldstrafen rechnen.
Das Vertrauen der Bevölkerung in die Regierung ist indes stark erschüttert. Die Japaner zweifeln zunehmend an der Richtigkeit der von offizieller Seite verkündeten radioaktiven Belastungswerte. Um unabhängige Messwerte zu erhalten, haben japanische Bürger deshalb das Projekt 47 gegründet. Geplant ist, mit Spendengeldern in jederder 47 japanischen Präfekturen eine unabhängige Messstelle einzurichten. Hier soll nicht nur die Strahlendosis vor Ort, sondern auch die Belastung von Lebensmitteln überprüft werden.
klimaretter.info/em
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