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Die nächste "Brückentechnologie": Braunkohle

Jetzt kommt die nächste Brückentechnologie: Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will mit einer stärkeren Nutzung der Braunkohle eine "Brücke" ins regenerative Zeitalter schlagen. "Wir können nicht gleichzeitig aus der Nutzung der Kernenergie und der Braunkohle aussteigen", erklärte Haseloff laut veröffentlichtem Redemanuskript am Freitag im Bundesrat."Regenerative Energien allein werden auf absehbare Zeit noch keine Versorgungssicherheit garantieren können, fossile Energieträger wie Erdgas oder Braunkohle sind Träger von Brückentechnologien auch in Mitteldeutschland", sagte Haseloff in seiner ersten Rede vor dem Bundesrat. Er war im März zum Ministerpräsidenten gewählt worden.


Sachsen-Anhalts Ministerpräsident mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) im Wahlkampf. Jetzt will auch der Sachsen-Anhalter eine Brückentechnologie.  (Foto: reiner-haseloff.de)

Ein Schelm, der Arges dabei denkt: Im Süden des Landes gibt es reiche Braunkohle-Vorkommen - und potente Investoren, die sie weiter abbauen wollen. Die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft (Mibrag) will ihren Tagebau "Vereinigtes Schleenhain" südlich von Leipzig erweitern. Obwohl die Mibrag 2010 mit 387 Millionen Euro 2010 genau so viel Braunkohle verkaufte wie 2009, verdiente der Konzern vor Steuern und Zinsen 18 Prozent mehr als im Vorjahr: 66,3 Millionen Euro. Der Atomausstieg stelle beispielsweise die Mitteldeutsche Braunkohlengesellschaft  mit Sitz in Theißen bei Zeitz wieder ins Zentrum der Thematik, sagte Haseloff am Montag in Magdeburg. Auch Kraftwerk-Neubauten seien vorstellbar, sagte Haseloff. So gebe es bei der Mibrag etwa Potenzial für ein neues Braunkohlekraftwerk und in Arneburg im Landkreis Stendal.

Der brandenburgische SPD-Ministerpräsident Matthias Platzeck hatte sich im Mai mit den Landesregierungen von Sachsen und Sachsen-Anhalt verbündet, um für die langfristige Verstromung der Braunkohle zu werben. Argument: Braunkohle sei billiger als Gaskraftwerke und Windkraft. Im Kommunique an die Bundesregierung hieß es: "In einem Hochindustrieland und einem Land mit großer Bevölkerung ist die Bezahlbarkeit von Energie unerlässlich." Braunkohle sei mit 2,4 Cent pro Kilowattstunde billiger als Atomstrom, Wasserkraft, Erdgas (4,9 Cent) und Windenergie (9 Cent).

Braunkohle hat von allen fossilen Energieträgern den geringsten Brennwert und daher den höchsten spezifischen Ausstoß an Kohlendioxid. Beim Verfeuern einer Tonne Braunkohle entsteht etwa eine Tonne Kohlendioxid, wenn Förderung und Transport einbezogen werden - so viel wie bei keinem anderen Energieträger.

klimaretter.info/reni

 

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