dena: Atomausstieg jetzt!

Stephan Kohler, Chef der Deutschen Energie-Agentur dena fordert eine Rückkehr zum rot-grünen Atomausstiegs-Gesetz. Nach dem Atomalarm in Japan sei dies "das Mindeste", sagte Kohler dem Handelsblatt (Montagsausgabe): "Deutschland sollte wieder auf diesen Pfad einschwenken und die Kernkraftwerke wie im Atomausstiegsbeschluss vorgesehen abschalten". Notwendig, so der dena-Geschäftsführer, sei zudem die Abschaltung jener Reaktortypen in Deutschland, die mit den japanischen Anlagen vergleichbar seien: "Die sechs Siedewasserreaktoren, die in Deutschland noch laufen, müssen sofort vom Netz."


Aufzeichnung der Explosion in Fukushima, bei der am Samstag das Reaktorgebäude von Block 1 zerstört wurde. (Foto: Channel4)

Siedewasserreaktoren sind hierzulande in Brunsbüttel, Isar 1, Krümmel, Philippsburg 1, Gundremmingen B und Gundremmingen C im Einsatz. Brunsbüttel und Krümmel sind allerdings derzeit nicht am Netz, Vattenfall versucht seine Betriebsführerschaft an Eon abzugeben um die Reaktoren so wieder genehmigungsfähig zu machen. Die dena gehört je zur Hälfte der Wirtschaft und der Bundesregierung. Aufsichtsrats-Vorsitzender ist Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP), Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) ist Mitglied des Aufsichtsrates.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat jene Bundesländer, in denen Atomkraftwerke laufen, zum "Notstrom-Gipfel" am Dienstag nach Berlin geladen. Sie werde die betroffenen Ministerpräsidenten zum Gepräch bitten, sagte Merkel am Sonntagabend in der ARD. Man müsse aus den Erkenntnissen über die japanische Katastrophe lernen. Einen sofortigen Ausstieg aus der Atomkraft lehnte die Kanzlerin aber ab: "Die deutschen Kernkraftwerke sind nach Maßgabe dessen, was wir wissen, sicher." Andernfalls müsste sie wegen ihres Amtseides die Kraftwerke sofort abschalten lassen. 

klimaretter.info/reni

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