Aktivisten gehen gegen Koch in die Luft
Amerikanische Greenpeace-Aktivisten haben am Wochenende mit einem Luftschiff über dem noblen Resort Rancho Las Palmas gegen ein "geheimes Strategie-Treffen" der Koch-Brüder mit illustren Gästen aus Wirtschaft und Politik protestiert. Charles und David Koch führen den größten private Öl- und Mischkonzern der USA und gehören zu den Großspendern der extrem konservativen Tea-Party-Bewegung, die sich vehement gegen Klimaschutzmaßnahmen stellt.
Koch Brothers - Dirty Money: Die unscheinbaren Milliardäre sind wichtige politische Strippenzieher. (Foto: Gus Ruelas/Greenpeace)
Die Milliardäre verfügen über die Mittel um ihnen zuträgliche Kampagnen mit Millionen zu unterstüzen und für ihre Ziele zu lobbyieren, so der Vorwurf der Umweltorganisation. Bereits im April vergangenen Jahres hatte Greenpeace eine Studie veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass die unscheinbaren Brüder seit 1997 rund 54,9 Millionen US-Dollar in Klimaskeptiker-Organisationen haben fließen lassen. Auch im zähen Ringen um das US-Klimagesetz hat Koch Industrie seine Finger im Spiel: 35 Organisationen und 21 Abgeordnete haben demnach direkt oder indirekt Mittel der Koch-Brüder erhalten.
Im November wurde das Unternehmen von Umweltschützern mit dem Negativpreis "Snake Oil Award" ausgzeichnet. Auch das zweimal jährlich stattfindende Treffen von Wirtschafts- und Energiebossen und Vertretern aus Politik, Medien und Recht im Fünf-Sterne-Resort, bei dem man sich über den politischen Kurs "austauscht", sorgte für Kritik: Das Treffen fand hinter verschlossenen Türen statt, anhand der Teilnehmerliste des letzten Treffens konnte Greenpeace jedoch berechnen, dass von den etwa 200 Teilnehmern zwischen 1990 und 2010 mehr als 61 Millionen US-Dollar in politische Kampagnen "investiert" wurden, schreibt der britische Guardian. Das mache das Netzwerk der unscheinbaren Koch-Brüder zu einem inoffiziellen aber nicht unerheblichem "Block" innerhalb der amerikanischen Politik.
klimaretter.info/sam
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