Diebstahl im Emissionshandel befürchet

Die Europäische Union hat am Mittwoch den Emissionshandel fast komplett gestoppt. Grund war ein mutmaßlicher Diebstahl von Emissionsrechten im Wert von rund sieben Millionen Euro an der tschechischen Emissionshandelsbörse.


Während Kohlekraftwerke weiter die Luft verschmutzen und Kohlendioxid in die Atmosphäre ausstoßen, hat ein Zertifikate-Diebstahl für einen Handelsstopp auf dem europäischen Emissionsmarkt gesorgt. (Foto: http://ec.europa.eu/climateaction)

"Ich bin verwundert über die Nachlässigkeit einiger Mitgliedstaaten", kommentierte Jos Delbeke, Leiter der EU-Klimabehörde. Er habe immer wieder versucht, die Mitgliedstaaten auf Sicherheitslücken aufmerksam zu machen. "Nur die Hälfte von ihnen hat unsere Warnungen ernst genommen."

Jetzt haben aber doch einige Mitgliedstaaten reagiert. Österreich, dessen Emisisonshandelsbörse am 10. Januar von Hackern attackiert worden war, schloss seinen Handelsplatz bereits am Dienstag. Am Mittwoch folgten auch die Tschechische Republik, Griechenland, Estland und Polen und schließlich die Europäische Union. Bis zum 26. Januar sind so gut wie keine Transaktionen erlaubt.

Der Emissionshandel soll dafür sorgen, dass weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt. Die Emissionsrechte sollen mit der Zeit verknappt werden, sodass der Preis für die Verschmutzungsrechte steigt und das Einsparen von Treibhausgasen attraktiv wird. Die Organisation Sandbag kritisiert: Durch die großzügig bewilligten Kohlendioxid-Kontingente habe sich Europa für die nächste Dekade einen hohen Kohlendioxid-Ausstoß "garantiert".

klimaretter.info/jot

 

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