"Röttgen-Show" ohne Atomkraftgegner
So dürfte sich Umweltminister Norbert Röttgen (CDU) das nicht vorgestellt haben: Am Donnerstag will er nach Gorleben reisen, um endlich mit den Atomkraftgegnern vor Ort zu reden. Die aber haben gar kein Interesse. Röttgens Gesprächsangebot sei "unredlich", erklärte die Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg.
Ist im Wendland nicht willkommen: Bundesumweltminister Norbert Röttgen. (Foto: Martin Sieber)
Die Umweltschützer empört vor allem, dass Röttgen kürzlich den Erkundungsstopp für das geplante Atommüll-Endlager in Gorleben aufgehoben hat. "Wer in Gorleben vollendete Tatsachen schafft, dann aber mit Leerformeln wie Transparenz und Bürgerdialog vor Ort erscheint, darf sich nicht wundern, wenn die Plätze leer bleiben", sagte Wolfgang Ehmke, Sprecher der Initiative. Noch während der Proteste gegen den Castor-Transport Anfang November hatten Atomkraftgegner den Minister aufgefordert, sich vor Ort ein Bild zu machen.
Nur das Knattern des Hubschraubers soll zu hören sein
Nun aber wollen sie Röttgens Besuch boykottieren und ignorieren, selbst der Protest soll fehlen. "Statt Treckern, Transparenten und Trillerpfeifen wird in Gorleben nur das Hubschraubergeknatter zu hören sein, wenn der Minister einfliegt", erklärte die Bürgerinitiative.
Auch Jochen Stay von der bundesweiten Organisation Ausgestrahlt hat angekündigt, nicht an dem Gespräch mit Röttgen teilzunehmen – obwohl er ausdrücklich eingeladen ist. Sein Stuhl werde leer bleiben - "weil ich kein Statist in der Röttgen-Show sein möchte". Von Dialog könne keine Rede sein: "Den Weiterbau in Gorleben zieht er ohne Öffentlichkeitsbeteiligung durch. Die Eigentümer der Salzrechte will er enteignen. Und während des Castor-Transports Anfang November hatte er nicht die Courage, sich in der Region zu zeigen".
klimaretter.info/fw
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