De Boer erwartet wenig von Cancún
In einem Interview mit der "Süddeutschen Zeitung" verrät de Boer, dass er nach Kopenhagen "sehr deprimiert" gewesen sei und auch von Cancun nicht viel erwarte. Grund sei der Rückschritt beim Vorbereitungstreffen in Cancun im Juni diesen Jahres. Seine Enttäuschung habe sich bestätigt, als man dort beschloss nur "Eckpunkte eines Weltklimavertrages" im Dezember festzulegen.

Kopenhagen hat de Boer deprimiert (Foto: UNFCC)
Ivo de Boer war vier Jahre lang Chef des UN- Klimasekretariats und war im Juli von diesem Amt zurückgetreten, er hatte dies bereits kurz nach dem ergebnislosen Gipfel in Kopenhagen vor einem Jahr angekündigt. Aufgrund der großen Erwartungen, die sich in Kopenhagen nicht erfüllt hätten, plädiert de Boer nun für "kleine Schritte". Der UN-Verhandlungsprozess habe in Kopenhagen "die Gelbe Karte" bekommen. "Und Sie wissen, welche Farbe die nächste Karte hat. Ich habe Angst, dass wir ergebnislos weiterverhandeln, bis uns niemand mehr ernst nimmt", sagte de Boer dem Magazin der "Süddeutschen Zeitung". Er habe vor allem gekündigt, weil dieser Job vier Jahre lang so war, als "wollten Sie einen 16 Tonnen schweren Elefanten vorantreiben". Seit Juli leitet Christiana Figueres die Verhandlungen.
De Boer lobte die Europäer, "einseitig" das 20-Prozent Ziel eingebracht zu haben. Am meisten überrascht habe ihn, "wie direkt einige afrikanische Staatschefs nach Geld fragten" Sie hätten das Klimaproblem "als Charity-Veranstaltung zu ihren Gunsten gesehen".
klimaretter.info/sg
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