EU-Parlament winkt deutsche Kohle durch
Das Europaparlament hat am heutigen Dienstag die Pläne zum vorzeitigen Ende der Subventionierung der Steinkohle-Förderung durchkreuzt. Mit deutlicher Mehrheit lehnten die Parlamentarier in Straßburg die Kommissionspläne ab, nach denen bereits im Jahr 2014 die Subventionen für Steinkohlegruben auf dem Boden der EU verboten werden. Dagegen war insbesondere die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) Sturm gelaufen: In der Bundesrepublik werden einige wenige Untertage-Arbeitsplätze bis 2018 mit Milliardenaufwand gegen die ausländische Konkurrenz am Leben gehalten.

Deutsche Steinkohle - hier in Form von Briketts - hat eine Zukunft: Nach dem Willen des EU-Parlamentes zumindest bis 2018. (Foto: Reimer)
An der Subventionierung der Steinkohle-Förderung hatte zuletzt Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) im Rahmen des Sparpakets der Bundesregierung vorsichtig gerüttelt: Nicht ohne Grund, denn das Einspar-Potenzial solcher umweltschädlicher Subventionen ist enorm. Nach Berechnungen der Umweltorganisation Greenpeace wurden von 1950 bis 2008 bereits 432 Milliarden Euro in Stein- und Braunkohle-Subventionen gesteckt, 331 Milliarden Euro davon entfallen auf Begünstigungen für die Steinkohle-Förderung.
"Uns geht es nicht um Dauersubventionen, sondern um den geordneten Rückzug aus einem Kernbereich europäischer Industriekultur", erklärte der Europa-Aabgeordnete Herbert Reul (CDU). Neben den deutschen Gruben im Saarland und in Nordrhein-Westfalen sind auch Gruben in Rumänien und Nordwestspanien betroffen. Endgültig entscheiden müssen nun die EU-Staaten, die noch vor Jahresende einen Beschluss fassen müssen. Der zuständige EU-Ministerrat befasst sich mit dem Thema am 10. Dezember.
klimaretter.info/reni
Guter Journalismus kostet
Sie können die Texte auf klimaretter.info kostenlos lesen. Erstellt werden sie jedoch von bezahlten Redakteuren. Unterstützen Sie den Klimaretter-Förderverein
Klimawissen e. V. einmalig durch eine Spende oder dauerhaft mit einer Fördermitgliedschaft.
Spendenkonto
Die Schlagzeilen um 10 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Rezension
Die Übermacht der fossilen Industrie In Bonn wird auf der UN-Frühjahrstagung gerade wieder über das Klima verhandelt. Ein umweltverträglicher Kapitalismus ist jedoch nicht abzusehen. Aber auch die Kritiker tun sich schwer - ihnen fehlen die Alternativen. Eine Rezension von Felix Werdermann [mehr...]
Meinungen: Standpunkte
"Altmaier muss die Energiewende retten" Nun ist es amtlich: Der Bundespräsident hat Norbert Röttgen (CDU) entlassen und Peter Altmaier (CDU) seine Ernennungsurkunde zum Umweltminister überreicht. Dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nun einen ihrer engsten Vertrauten für das Projekt Energiewende ins Rennen schickt, ist wichtig für die Kontiunität der Energiewende und für das Kräftespiel zwischen Wirtschafts- und Umweltministerium, findet klimaretter.info-Herausgeber Gero Lücking. [mehr...]
Jahrestag
Das Fukushima-Dossier
11. März 2011: Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, fast 20.000 Menschen sterben. Die Atomanlagen havarieren, ein politischer Tsunami folgt. Kanzlerin Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Welt diskutiert die Atomkraft. Zum Jahrestag präsentiert klimaretter.info jenes Dossier, das damals im Nachrichtendschungel Orientierung gab. [mehr]
Aktion des Monats Das Netzwerk Friends of the Earth hat eine Europäische Bürgerinitiative für den EU-weiten Atomausstieg gestartet. BUND-Hubert Weiger, einer der Initiatoren sagt, mit der Volksinitiative habe man "jetzt endlich eine greifbare Möglichkeit, den Weg in eine sichere und saubere Energiezukunft zu ebnen". Nutzen wir sie! [mehr] | Zu Ihrem Vorteil Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann müssen Sie uns helfen! Unabhängiger Journalismus kostet Geld, und wenn RWE, Vattenfall, die CDU oder die Netzbetreiber nicht dafür zahlen, dann doch wohl Sie! Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Klimaretter-Jobbörse
Die Pioniere der Energiewende
Ein Elektroingenieur für den Bereich Netzanschluss gesucht? Einen Sicherheitsexperten für die Windkraft? Eine Klimaberaterin für die Verbraucherzentrale in Mainz? Auf der klimaretter.info Jobbörse werden viele spannende Jobs zur Energiewende angeboten. [mehr]
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | Klimaretter-Beichtstuhl Na, doch wieder einmal schwach geworden? Doch wieder eine unnötige Strecke mit dem Auto gefahren? Doch wieder ins Flugzeug gestiegen? Fehler zu (be)kennen, ist der erste Schritt zur Besserung: Erzählen Sie einfach sich, was Sie bereuen. Und warum. Sie werden sehen: Das erleichtert! Nutzen Sie einfach unseren "klimaretter.info-Beichtstuhl". [mehr...] |
Deutsche Stahlwirtschaft: Pure Panikmache
DB mobil, die Kundenzeitschrift der Bahn, ist eine honorige Publikation. Erstens beträgt ihre Auflage mehr als 500.000 Stück, nur wenige Magazine bewegen sich in diesen Größenordnungen. Zweitens ist die Zeitschrift gut gemacht. Im Maiheft geht es beispielsweise um Elektromobilität, die[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Durban Dezember 2011 - COP17 in Südafrika
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13





Deutschland hat sich in der Europäischen Union mit seiner Blockade gegen einen früheren Ausstieg aus der Steinkohlesubventionierung durchgesetzt
Die Erderwärmung zwingt immer mehr Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen: Bis 2050 rechnet die Internationale Organisation für Migration mit bis zu einer Milliarde Menschen, die umweltbedingt auf der Flucht sein werden. Die reichen Länder müssen ihnen besseren Schutz bieten, sagt Michael Lindenbauer, Vertreter des UN-Flüchtlingskommissariats für Deutschland
Nach einem Gerichtsurteil musste die Bundesregierung die Liste mit den Subventionsempfängern wieder öffentlich machen. Hauptsächlich profitieren große Konzerne. Der BUND fordert eine EU-Agrarreform.
Die alten EU-Länder werden ihr Klimaziel, bis 2012 ihre Kohlendioxidemissionen um acht Prozent zu reduzieren, deutlich übertreffen. Voraussichtlich ist eine Reduktion von 10,4 Prozent möglich
Deutschland hat sich durchgesetzt: Der Kommissionsvorschlag, aus der Subventionierung von Steinkohle bereits 2014 auszusteigen, ist vom Tisch
Aus der Atomkraft aussteigen und ihre Erforschung dennoch weiter fördern - ein Widerspruch, findet die linke Europa-Parlamentarierin Sabine Wils. Deutschland zahlt jährlich 117 Millionen Euro für die Atomkraftforschung. Eine Konferenz in Berlin beriet, wie dieser Widerspruch zu beenden sei.
Die Länderkammer spricht sich gegen das von der EU-Komission für 2014 geplante Ende der Steinkohle-Subventionen aus. NRW-Ministerpräsidentin Kraft (SPD) fordert "Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit"
Ende der Subventionen für die Steinkohle-Förderung 2018
Energieverbrauch in Deutschland war im ersten Halbjahr 2010 um acht Prozent höher als im vergangenen Jahr. Konjunkturelle Erholung und Witterung für Mehrverbauch verantwortlich
Deutschland hat im vergangenen Jahr den weltweit größten Photovoltaik-Zuwachs erlebt. In der Bundesrepublik wurde mehr als die Hälfte der weltweit neu installierten Photovoltaik-Anlagen errichtet
Kapazität der Kohleninsel soll nach Plänen der DB fast verdoppelt werden. Importkohle sei angesichts des bevorstehenden Endes deutscher Steinkohleproduktion zunehmend wichtiger
EU-Kommissionsvorschlag: Unrentable Steinkohlebergwerke sollen bis 15. Oktober 2014 geschlossen werden. Subventionen nur noch mit Stilllegungsplan
Die EU-Mitgliedstaaten sollen nach Vorschlag der Kommission ihre Energiesteuersysteme umstrukturieren. Energieträger sollen künftig nach ihrem Energiegehalt und nach ihrer Klimaschädlichkeit besteuert werden. Deutschland und Großbritannien blockieren.
Parlamentarier im EU-Parlament fordern die bedingungslose Erhöhung des europäischen Klimaziels



