Greenpeace kritisiert US-Klimahilfen als unzureichend
Auf seiner Reise nach Indonesien hat US-Präsident Barack Obama dem Land finanzielle Hilfe für die Anpassung an den Klimawandel und den Klimaschutz versprochen. Mehr als 100 Millionen US-Dollar will Obama dem Land unter anderem für den Schutz von Torfmooren und die Einrichtung eines Klimazentrums bereitstellen. Obama hatte ein paar Jahre seiner Kindheit in Indonesien verbracht - seine Mutter hatte einen Indonesier geheiratet. Greenpeace kritisiert die Hilfsgelder als Lippenbekenntnis.

Was vom Regenwald in Indonesien übrig blieb: Greenpeace kritisiert Obama. (Foto: Greenpeace)
Die Finanzspritze erhält Indonesien im Rahmen des US-Indonesischen Partnerschaftsprogramms, das bereits im Juni verkündet worden war. Sieben Millionen Dollar sind für ein Klimazentrum vorgesehen, das Wissenschaft und Politik an einen Tisch bringen soll. Weitere zehn Millionen Dollar sollen in Projekte zum Schutz von Torfmooren investiert werden, die besonders wichtige Kohlendioxidspeicher sind.
Den größten Teil des Geldes, 119 Millionen Dollar, wollen die USA für das SOLUSI-Projekt zur Verfügung stellen. Solusi ist das indonesische Wort für Lösung und außerdem das Anagramm zum Namen des indonesischen Präsidenten Susilo Bambang Yudhoyono. Von dem Geld soll unter anderem ein zweites Regenwaldschutz-Gesetz finanziert werden, außerdem Wald- und Meeresschutzprojekte sowie ein Programm zur Förderung erneuerbarer Energien.
"Im Vergleich zur Geschwindigkeit, mit der indonesischer Regenwald verloren geht, sind die von den USA zugesagten Gelder nicht mehr als ein Lippenbekenntnis", sagte Rolf Skar von Greenpeace USA. "Es reicht auch nicht, Geld zur Verfügung zu stellen, die USA müssen dafür sorgen, dass die Gelder adäquat eingesetzt werden." Darüber hinaus sei nicht nur der Wald zu schützen, sondern auch die Menschen, die von seinen Erträgen leben. Skar forderte zudem von den USA, nicht nur auf andere Länder Einfluss zu üben, sondern auch die eigenen Kohlendioxidemissionen drastisch zu verringern.
Auf dem Klimagipfel im mexikanischen Cancún im Dezember wird Indonesien voraussichtlich Details zu einem Deal mit der norwegischen Regierung vorstellen. Diese will das Land mit einer Milliarde US-Dollar (rund 812 Millionen Euro) für den Waldschutz unterstützen. Indonesien dagegen hat ein ein zweijähriges Moratorium für Genehmigungen zur Abholzung von Regenwald angekündigt. Indonesiens Präsident Susilo Bambang Yudhoyono hatte diesen Deal im Vorfeld einer Wald-Konferenz im norwegischen Oslo eingefädeltt.
klimaretter.info/jot
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