EU 2020: Energieeffizienz und Netzausbau
Eine Billion Euro in zehn Jahren: Soviel Geld ist laut Europäischer Kommission notwendig, um die Energiesicherheit der Europäischen Union (EU) zu sichern. Das geht aus dem Entwurf der Strategie "Europa 2020" hervor, die die Kommission am Mittwoch offiziell vorstellen möchte.

Weniger Energieverbrauch und ein besserer integrierter Netzausbau: Mittwoch stellt die Europische Kommission die Strategie 2020 vor. (Foto: ec.europa.eu)
Energieeffizienz wird darin als oberste Priorität angesehen. Bis zum Jahr 2020 will die EU 20 Prozent an Energie einsparen. Die Mitgliedstaaten müssen dafür nationale Energieeffizienz-Aktionspläne vorlegen, über deren Fortschritt sie jedes Jahr Bericht erstatten müssen. "Energieeffizienz muss selbst ein profitables Geschäft werden", heißt es im Entwurf. Daneben plant die Europäische Kommission, den Gas- und Strommarkt über die Nationalgrenzen hinweg zu harmonisieren.
In der Frankfurter Rundschau erklärte EU-Energiekommissar Günther Oettinger, eine Zentralisierung des Stromnetzes, wie es in Frankreich und Spanien besteht, sei besser als das "Unbundling der Netze" in Deutschland, aus dem vier verschiedene Netz-Eigentümer hervorgegangen sind. "Das Beste wäre, wir hätten einen einzigen Eigentümer für die gesamte Energieinfrastruktur in der Union."
Umweltorganisationen: "Keine klare Linie"
Die Umweltorganisation Friends of the Earth Europa kritisierte, statt sich mit der Vereinheitlichung von Energienetzen zu beschäftigen, solle sich die Kommission verstärkt dafür einsetzen, das Effizienzziel für 2020 tatsächlich einhalten zu können. "Die Kommission sollte darüber beraten, wie wir den Verbrauch an Öl, Gas und Elektrizität reduzieren können. Dann müsste auch nicht so viel Geld für Leitungen von Russland und Nordafrika ausgegeben werden", sagte Brook Riley von Friends of the Earth.
Gleichzeitig Energieeffizienz als oberste Priorität zu deklarieren und billige Treibstoffe zu propagieren, sei nicht miteinander vereinbar, kritisiert die Umweltorganisation WWF. Klima- und Energieexperte Jason Anderson: "Die Kommission hat einfach keine klare Linie in ihrer Energiepolitik."
klimaretter.info/jot
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