Website macht Klimagelder transparent
Jetzt soll's transparenter werden: Welches Land den Entwicklungsländern wieviel Geld für den Klimaschutz zur Verfügung stellt, ist ab sofort im Internet einzusehen. Die niederländische Umweltministerin Tineke Huizinga stellte die Website faststartfinance.org am heutigen Freitag auf dem Genfer Klimadialog vor. Ziel der Initiative ist es, öffentlich zu machen, wieviel Geld für die kurzfristigen Klimahilfen aus welchem Land in welche Projekte fließt. Kritiker bemängeln, dass nicht deutlich gemacht wird, aus welchen Töpfen das Geld stammt.

Immer mehr Menschen fliehen vor den Folgen des Klimawandels - um das Schlimmste zu verhindern, haben die Industrieländer den Entwicklungsländern Klimagelder zugesagt. Wieviel die einzelnen Staaten geben, zeigt nun eine Website. (Foto: UNHCR)
Den Angaben zufolge ist die Website eine Reaktion auf die Forderungen aus Entwicklungsländern und von Nichtregierungsorganisationen, mehr Informationen über die kurzfristigen Hilfen zu erhalten. Auf die kurzfristigen Klimahilfen – auf englisch fast start – hatten sich die Staats- und Regierungschefs der UN-Mitgliedsländer auf der Klimakonferenz in Kopenhagen geeinigt. Bis 2012 wollen die Industrieländer demnach 30 Milliarden US-Dollar zur Verfügung stellen, um Klimaschutz und Anpassung zu unterstützen.
Die Internetseite gibt einen Überblick über die Geber- und die Empfängerländer. Noch sind nicht alle Geber eingetragen – nur Deutschland, Dänemark, Frankreich, Großbritannien, Norwegen und die Niederlande stehen auf der Liste. Die Teilnahme ist nicht verpflichtend: Die Staaten sind lediglich "eingeladen", so viele Informationen wie möglich zu veröffentlichen.
Keine Angaben gibt es auf faststartfinance.org darüber, woher das Geld jeweils stammt. Ursprünglich sollten die Gelder zusätzlich zu bisher gemachten finanziellen Versprechungen bereitgestellt werden. Kritiker haben in der Vergangenheit immer wieder bemängelt, dass dies häufig nicht der Fall ist.
Deutschland will der Website zufolge bis zum Jahr 2012 1,26 Milliarden Euro zur Verfügung stellen. Ursprünglich hatte Deutschland 420 Millionen Euro jährlich zugesichert. Doch über die Zusätzlichkeit dieser Mittel wird immer wieder diskutiert. Die Bundesregierung will vor allem bereits zugesagte Mittel für die Entwicklungshilfe oder den Biodiversitätsschutz "umschichten". Nur 70 Millionen sollen wirklich zusätzliche Gelder sein.
Beim Genfer Klimadialog vom 2. bis 3. September geht es um die langfristigen Klimagelder: Bis 2020 wird von einem Bedarf von mindestens 100 Milliarden Dollar ausgegangen. Zusagen dafür aus den Industrieländern gibt es allerdings noch nicht. In Genf wird diskutiert, wie ein Klimafonds ausgestaltet werden und welche Rolle die Privatwirtschaft spielen kann. Konkrete Beschlüsse soll es in Genf nicht, eventuell aber in Cancún geben. Klima-Gelder zählen dort zu den Schlüsselfragen.Die Schlagzeilen um 03 Uhr
In dieser Woche am meisten gelesen
Meinungen: Etscheits Alltagsstress
Danke, lieber Fritz Vahrenholt! Energiekonzerne können bohren, fracken und teersanden so viel sie wollen, ohne dass ihnen linksradikale Umweltschützer noch in die ölige Suppe spucken können. Alles wird gut. Vielen Dank, liebe Sonne! Vielen Dank, Fritz Vahrenholt! [mehr...]
Meinungen: Kommentar
Keine Blackout-Angst Der Winter ist kalt und das Stromnetz bleibt stabil - die Energiewende führt nicht zum befürchteten Blackout.Ein Kommentar von Joachim Wille [mehr...]
Jahresrückblick
2011: Das Jahr der Rekorde
Die Welt wird mit Stärke 9 erschüttert, Bundeskanzlerin Angela Merkel ändert binnen 7 Monaten ihre Politik komplett, die Hamburger Mucken auf. Neuer Schmelzrekord in der Aktis, neuer Emissionsrekord in der Atmosphäre und so viel Flugpassagiere wie noch nie - der Jahresrückblick 2011. [mehr]
Aktion des Monats In den USA formieren sich Lobbyisten nachdem US-Behörden dem Gitarrenbauer Gibson die Einfuhr von illegalen Tropenhölzern nachweisen konnten. Vorn dabei: Die rechtskonservative Tea Party. Gemeinsam wollen diese das Lacey-Gesetz, dass den Import der Tropenhölzer für illegal erklärt, kippen. [mehr] | Durban 2011 Was war die 17. UN-Klimakonferenz - eine weitere Pleite der Diplomatie oder der Startschuss für das bitter nötige globale Klimaabkommen? Alle Berichte unserer Korrespondentinnen und Korrespondenten aus Südafrika können Sie im Durban-Dossier nachlesen. [mehr] |
Neue Klimaretter-Serie
Die Gesetze der Energiewende
Diesmal soll sie gelingen, die Energiewende. Die schwarz-gelbe Regierung hat dafür umfangreiche Gesetze verabschiedet - oft mit Stimmen der Opposition. In einer Serie analysiert klimaretter.info, was drin steht in den Gesetzen. Und was von ihnen zu halten ist.
Lexikon Was eigentlich ist TREC und was die COP? Wie berechnet sich der Heizwert und wie die Wärmestrahlung? Wie funktioniert Contracting, wie ein Smart Grid? Antworten auf diese und viele andere Fragen finden Sie in unserem Lexikon zum Stöbern - und Nachfragen [mehr] | In eigener Sache Sie lesen uns gerne und regelmäßig? Sie finden unser Angebot interessant, hilfreich und erhellend? Dann unterstützen Sie uns, denn unabhängiger Journalismus kostet Geld. Abonnieren Sie uns, für 3, 5 Euro oder 50 im Monat, für 100 Euro im Jahr - oder "Flattrn" Sie uns [mehr...] |
Bild & Vahrenholt: Die Lüge von der CO2-Lüge
Der Chef des Springer-Verlags, Matthias Döpfner, hat vor Jahren mal über sein Boulevardblatt Bild gesagt: „Wer mit ihr im Aufzug nach oben fährt, der fährt auch mit ihr im Aufzug nach unten.“ Das betrifft offenbar nicht nur Promis, sondern auch[…] [mehr...]Mehr vom Lügendetektor
Klimaretter-Dossiers
Die Gesetze der Energiewende - Eine Analyse
Atomkraft weltweit - Die Welt nach Fukushima
Der GAU von Tschernobyl - 25 Jahre später
Atomunfall in Japan - Das Unglück von Fukushima
E10 und das Politikversagen - Wie es jetzt weiter geht
Das Zwei-Grad-Ziel - Ist die Erderwärmung zu stoppen?
Anpassungsstrategie - Das Meer steigt
Fussball-WM 2010 - Afrika im Klimawandel
Ausgekohlt - Wie Kohlekraftwerke kippten
Nordrhein-Westfalen 2010 - Die Klima-Wahl
Bundestagswahl 2009 - Klima nur Nebensache
Merkels Klimabilanz - Bilanz der Meseberg-Beschlüsse
McPlanet-Kongress - Beginn einer neuen Bewegung
Beichtstuhl - Wen das Gewissen plagt
Kopenhagen ABC - Deshalb gibt es COPs und MOPs
Klimakonferenz-Specials
Berlin Juli 2011 - Petersberger Dialog ohne Ergebnis
Bonn Juni 2011 - Kein Frühling auf der Frühjahrstagung
Bangkok April 2011 - Verwaltung statt Klimarettung
Cancún Dezember 2010 - Hoffnungszeichen in Mexiko
Tianjin Oktober 2010 - Letzte Konferenz vor Cancún
Bonn August 2010 - Die Sommerkonferenz
Bonn Juni 2010 - Noch mehr Stillbeschäftigung
Bonn April 2010 - Stillbeschäftigung in Bonn
Alternativgipfel April 2010 - Cochabamba
Dezember 2009 - Kopenhagen Countdown
Kopenhagen Dezember 2009 - COP15
Barcelona November 2009 - Noch viele Fragezeichen
Bangkok Oktober 2009 - Feinschliff am Text
Bonn Juni 2009 - Hoffnung auf ein Abkommen
Poznan Dezember 2008 - Der 14. Klimagipfel COP14
Bali Dezember 2007 - Der 13. Klimagipfel COP13



Auch Deutschland wird stärker von Wetterextremen betroffen sein, wenn die Menschheit nicht auf die CO2-Bremse tritt, sagt der Kieler Klimaforscher Professor Mojib Latif. Höchsttemperaturen von fast 50 Grad seien bis 2100 denkbar, erläutert er im Gespräch mit klimaretter.info.
Die Erderwärmung zwingt immer mehr Menschen dazu, ihre Heimat zu verlassen: Bis 2050 rechnet die Internationale Organisation für Migration mit bis zu einer Milliarde Menschen, die umweltbedingt auf der Flucht sein werden. Die reichen Länder müssen ihnen besseren Schutz bieten, sagt Michael Lindenbauer, Vertreter des UN-Flüchtlingskommissariats für Deutschland
Vom Trompeten der Elefanten bis zur Maya-Ausgrabung: Etliche über Entwicklungshilfe finanzierte Projekte haben mit Klimaschutz nichts zu tun - und werden doch so verkauft, sagt Axel Michaelowa, Mitautor des vierten IPCC-Berichts im Interview mit klimaretter.info. Interview von Lena Hörnlein
BMU und KfW legen einen globalen Klimaschutz-Fonds auf. Er soll 500 Millionen Euro privates Geld mobilisieren. Höhere Summe scheiterte am Einspruch des Finanzministers
Tag 11 auf dem Klimagipfel in Mexiko: Es gibt einen Lösungsvorschlag für die Reduktionsverpflichtung aller Länder. Denn ohne das Festschreiben neuer Reduktionsziele wird es keinen Beschluss von Cancún geben.
"World Energy Outlook 2010" der Internationalen Energie-Agentur: Der rapide steigende Energiebedarf Brasiliens, Chinas und anderer Schwellenländer wird die Ölpreise in den kommenden 25 Jahren explodieren lassen. Und: Der Anteil regenerativer Erzeugungsarten an der weltweiten Stromproduktion wird laut IEA bis 2035 auf gut ein Drittel wachsen.
Pünktlich zum Jahresbeginn hat das UN-Klimasekretariat die Marke von 500 Millionen Tonnen Kohlendioxid in Form von Emissionsrechten durch den Clean Development Mechanismus geknackt. Umweltorganisationen kritisieren jedoch weiter die Methoden der Vergabe. 


