Österreicher fühlen sich von Merkel bedroht
Die Äußerungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Laufzeitenfrage haben in Österreich für Kritik gesorgt: Merkel hatte eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten um 10 bis 15 Jahre als "vernünftig" und "wünschenswert". Das sieht man im Nachbarland offenbar etwas anderes: "Die Entscheidung der deutschen Regierung für eine Laufzeitverlängerung der AKWs ist aus umweltpolitischer wie sicherheitstechnischer Sicht sehr bedrohlich", kritisierte Petra Bayr, Umweltsprecherin der regierenden Partei SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs) am Montag.

Österreich ist, so weit das Auge reicht, atomkraftwerksfrei- hier im Kleinwalsertal vom Widderstein aus gesehen. (Christoph Lingg/Wikipedia)
"Vernünftig" wäre es vielmehr, "die stete Gefahr endlich zu bannen, die tagtäglich von Atomkraftwerken und dem atomaren Endlagern ausgeht", sagte Bayr. Die deutsche Kanzlerin solle sich für ein atomkraftwerksfreies Europa einsetzen. Der ökonomische Nutzen einer deutlichen Laufzeitverlängerung werde zudem im Gutachten zur Erstellung des Energiekonzepts als gering eingestuft, so die SPÖ-Umweltexpertin. Sich so von der Atomlobby in die Knie zwingen zu lassen, sei ein "erschreckendes Merkmal für neoliberale und rückwärtsgewandte Politik", sagte Bayr.
Interessant dürfte die Einmischung in die inneren Angelegenheiten Deutschlands vor allem in Bayern sein: Wiederholt hatten sich CSU-Politiker gegen das tscheschiche AKW Temelin ausgesprochen, dessen Betrieb an der deutsch-tschechischen Grenze als "sicherheitstechnisches Risiko" abgelehnt wird.
Klimaretter.info/sam
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