Merkel startet Energiereise
Bundeskanzlerin Angela Merkel beginnt heute mit ihrer Energiereise. Am 18. und 19. August sowie am 26. und 27. August besucht Merkel mehrere Energiestandort in Deutschland. Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans zufolge steht die Reise in Zusammenhang mit dem Energiekonzept der Regierung, dass Ende September vorgestellt werden soll.

Trianel baut derzeit auf eigenes Risiko am Kohlekraftwerk in Lünen. (Foto: Trianel)
Nach Angaben der Bundesregierung will Merkel mit Menschen reden, die in Energieunternehmen, bei Zulieferern, Kommunen oder in der Forschung tätig sind. Schwerpunkte der Gespräche sind Stand und Entwicklung der erneuerbaren und fossilen Energieerzeugung, Möglichkeiten für mehr Energieeffizienz zur Verwirklichung der Klimaschutzziele der Bundesregierung, Chancen der deutscher Energietechnologien auf den internationalen Märkten und die Bedeutung der Energiewirtschaft für die regionale Entwicklung.
Erstes von zehn Zielen der Reise ist der Windpark Ravensberg/Krempin in Mecklenburg-Vorpommern. Anschließend informiert sich bei der Rostocker Nordex SE über die Rolle der Windkraft. Am Donnerstag besucht die Kanzlerin die Europäische Energiebörse in Leipzig (EEX, European Energy Exchange). Hier will sie sich über das Handelsgeschehen bei Strom, Gas und Kohlendioxid-Zertifikaten informieren. Der zweite Teil ihrer Reise führt Merkel unter anderem zum neuen Steinkohle-Kraftwerk in Lünen in Nordrhein-Westfalen.
Der effizienzpolitische Sprecher der grünen Bundestagsfraktion, Oliver Krischer, sagte in der Saarbrücker Zeitung: "Merkels Energiepolitik schreit nach Fortbildung." Es sei daher gut, dass sich die Kanzlerin "endlich einmal die Kollateralschäden ansieht, die sie mit ihrer Politik gegen erneuerbare Energien anrichtet."
Die grüne Fraktionschefin Renate Künast bezeichnete im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger Merkels Reise als "Show", die den Eindruck erwecken solle, sie habe sich vor der Verlängerung der Laufzeitverlängerung sachkundig gemacht. Außerdem drücke sich Merkel vor den "schwierigsten Orten", den umstrittenen Atommüll-Endlagern Asse und Gorleben. Am Zielbahnhof ihrer Reise müsse Merkel "zeigen, ob sie sich als Kanzlerin von den Atombossen erpressen lässt".
klimaretter.info/jot/reni
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Die Stadtwerke sind die großen Verlierer des Laufzeiten-Beschlusses: Wenn die Opposition gegen die Laufzeitverlängerung klagt, kann es Jahre dauern, bis das Bundesverfassungsgericht zu einem Beschluss kommt. So lange herrscht für die Stadtwerke dann Investitionsunsicherheit. Die Klima-Allianz wirft Kanzlerin Angela Merkel derweil vor, fossile und erneuerbare Energien gegeneinander auszuspielen.
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