Endlagersuche "im Dienste Napoleons"
Die vom Bundesumweltministerium angekündigte umfassende Sicherheitsanalyse für das Endlagerprojekt Gorleben wird zu wesentlichen Teil von Wissenschaftlern erstellt, die den Atom-Betreibern nahe stehen. Den Zuschlag für das umfassende Gutachten, auf dessen Grundlage das Ministerium 2012 über die Zukunft des Endlagerstandorts entscheiden will, hat kürzlich die Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS) erhalten. Diese wiederum hat nach eigenen Angaben an Wissenschaftler der RWTH Aachen, der TU Claustahl und an die DBE Tec Unteraufträge vergeben. Zu den Gorleben-Gutachtern in Aachen zählt Bruno Thomauske, der bis 2007 die deutsche Atomsparte von Vattenfall leitete.

Hier war der Atommanager noch im Dienste von Vattenfall. (Foto: Vattenfall)
Seit gut 30 Jahren erklären die Atomlobbyisten, das mit dem Atommüll sei technisch überhaupt gar kein Problem. Seit über 30 Jahren verdeutlicht aber die komplette Abwesenheit wenigstens einer einzigen Lösungsidee: Die Atomlobbyisten dieser Republik lügen uns offenbar die Hucke voll. Und Bruno Thomauske scheint ein "besonders übler seiner Zunft" zu seint. Im Jahr 2006 war es, als in der Hamburger taz-Redaktion Hinweise eingingen, nach denen es im AKW Krümmel gebrannt und Verletzte gegeben hatte. Thomauske, damals Chef der Atomsparte von Vattenfall, wiegelte als Zuständiger empört ab: Alles kein Problem! Erst als die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufnahm, musste er diese "Alles kein Problem"-Haltung aufgeben.
Dann folgte eine "Informationsschlacht", die Vattenfalls Atomchef mit den Waffen der Verzögerung, Unvollständigkeit, Fehlleitung führte: Sogar Staatsanwaltschaft und Atomaufsicht beklagten die "Bunkermentalität" Thomauskes und drohten, Vattenfall die Betriebsgenehmigungen für deren Reaktoren zu entziehen. Vattenfall griff zum letzten Mittel, schasste Thomauske und all jene deutschen Manager, die an ihm so lange festgehalten hatten.
Die Atomwirtschaft "bunkerte" indessen Thomauske: Sie finanzierte ihm Universitätsprofessur "Nukleare Brennstoffkreisläufe" an der Fakultät für Georessourcen und Materialtechnik der RWTH Aachen. Denn schließlich ist Thomauske einer der ausgebufftesten deutschen Genehmigungsprofis: Er hat seinerzeit schon das Verfahren zum Schacht Konrad für die Atomwirtschaft durchgeboxt.
61-jährig ist Thomauske zurück auf der politischen Bühne: Er wird Gorleben die Eignung als Endlager bescheinigen. Wie sollte er auch nicht: Schließlich war es Thomauske, der als Abteilungsleiter beim Bundesamt für Strahlenschutz Ende der 80er Jahre Gorleben auf den Weg gebracht hatte. Deshalb wird das Gutachten Röttgen auch kein bisschen weiterbringen: Dafür werden schon die Klagen der Atomkraftgegner sorgen.
klimaretter.info/reni
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