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CDM-Betrug darf weitergehen

Im sogenannten Methodologie-Ausschuss der UN, der sich mit CDM-Projekten (Clean Development Mechanism) befasst, wurde ein Vorschlag abgelehnt, die Anrechnung von Projekten zur Entsorgung des Treibhausgases HFC-23 zu suspendieren. Die Organisation CDM-Watch kritisiert, bei der Mehrheit der HFC-23-Entsorgungsprojekte sei es zu Betrugsfällen gekommen.

hfc23
Streit um das Treibhausgas Fluoroform (CHF₃).

Sogenannte CDM-Projekte ermöglichen es Firmen aus Industrienationen, durch Klimaschutzprojekte in Entwicklungsländern Emissionszertifikate zu erhalten. Dadurch dürfen sie dann im eigenen Land mehr Treibhausgase emittieren. In der Vergangenheit wurde häufig kritisiert, dass viele CDM-Projekte aus Klimaschutzsicht sehr fragwürdig sind. So wurde etwa ein Stahlwerk in Brasilien mit CDM-Zertifikaten vergütet, obwohl es den Treibhausgasausstoß der Region um 75 Prozent erhöht.

HFC-23 oder auch Fluoroform ist ein hochaktives Treibhausgas, welches bei chemischen Prozessen, etwa bei der Produktion von Teflon oder bei der Herstellung von Klimaanlagen, entsteht. Es wirkt etwa 15.000 mal stärker als Kohlendioxid. Die fachgerechte Verbrennung von HFC-23 ist daher für den Klimaschutz sehr wichtig. Bei den angesprochenen Betrugsfällen wurde jedoch mehr HFC-23 als notwendig produziert - um anschließend durch seine Entsorgung von CDM-Zertifikaten zu profitieren.

In der vergangenen Woche tagte der zuständige UN-Ausschuss, der Vorschlag stand im Raum, entsprechende Projekte zunächst nicht mehr zu förern, bis neue Richtlinien ausgearbeitet sind, die derartige Betrugsfälle verhindern. Doch der Ausschuss konnte sich nicht auf einen entsprechenden Beschluss einigen, Vertreter von Indien, China und Japan sahen kein Problem in der bisherigen Praxis.

klimaretter.info/hb

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