US-Umweltbehörde weist Skeptiker ab
Die US-Umweltbehörde EPA hat am Donnerstag 10 Petitionen zurückgewiesen, die die Bedrohung durch den menschengemachten Klimawandel in Frage stellen. Es gebe nach offizieller Prüfung keinen Grund, an der Realität des Klimawandels zu zweifeln, heißt es in einer Mitteilung. Erst 2009 hatte die EPA mit dem Regierungswechsel zu US-Präsident Barack Obama Treibhausgase wie Kohlendioxid offiziell zur Gesundheitsgefahr erklärt und damit die Basis für eine Regulierung des Schadstoffausstoßes für die US-Regierung gelegt. "Die zugrunde liegenden Erkenntnisse basieren auf jahrelanger wissenschaftlicher Arbeit in den USA und weltweit" und gerieten auch nach Prüfung der Petitionen nicht ins Wanken, sagte EPA-Chefin Lisa Jackson.

CO2-Grenzwerte für Autos hat die EPA bereits auf den Weg gebracht, Grenzewerte für Kohlekraftwerke sollen folgen. (Foto: Wikipedia)
In den Petitionen wurde etwa den Klimaforschern der Universtität von East Anglia Manipulation von Temperaturdaten vorgeworfen: Der unter dem Namen "Climategate" bekannt gewordene Pseudoskandal um gehackte Emails und die fragwürdige Interpretation einzelner Fragmente war bereits mehrfach von unabhängigen Prüfungsgremien entkräftet worden. Ein anderer Vorwurf der Petitionen ist das Infragestellen des jüngsten Sachstandsberichts des Weltklimarats nach dem Bekanntwerden eines Fehlers zur prognostizierten Gletscherschmelze im Himalaya und einer falschen Angabe zu den in den Niederlanden unter dem Meeresspiegel liegenden Landflächen. Der mehr als 3.000 seitigen Bericht verliere dadurch nicht an Gültigkeit, urteilte die EPA und schloss sich damit einer Untersuchung der niederländischen Umweltagentur an, die den IPCC bereits Anfang Juli entlastet hatte.
"Verteidiger des Status Quo" würden alles daran setzen, den Fortschritt der USA zur Umstellung auf saubere Energien zu verlangsamen, sagte Jackson. "Eine bessere Lösung wäre es, sich der Mehrheit der Amerikaner anzuschließen, die sich für mehr grüne Jobs und mehr Energieinnovationen sowie das Ende von Ölabhängigkeit und der Gefährdung nationaler Sicherheit ausgesprochen haben". Tags zuvor hatte die US-Atmosphären und Ozeanbehörde NOAA den Bericht State of the Climate 2009 veröffentlicht, aus dem hervorgeht, dass sich die globale Erwärmung an 10 Schlüsselindikatoren deutlich belegen lässt.
Die neuen Befugnisse zur Kohlendioxid-Regulierung der EPA wurden bereits mehrfach angegriffen und gewinnen vor dem Hintergrund der Niederlage der US-Demokraten beim Klimagesetz zusätzlich an Bedeutung: Obamas lange geplantes umfassendes Klimagesetz war in der vergangenen Woche nach einem Jahr zäher Verhandlungen im US-Senat geplatzt, weil nicht genug Stimmen mobilisiert werden konnten. Die Regulierungsmöglichkeiten der Umweltbehörde bleiben damit das wichtigste Standbein der Treibhausgas-Kontrolle in den USA.
klimaretter.info/sam
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