EU stoppt Einfuhr von illegalem Holz
Das Europäische Parlament will Einfuhr und Handel mit illegalem Holz einen Riegel vorschieben. Mit deutlicher Mehrheit von 644 zu 41 Stimmen verabschiedete das Parlament in Straßburg einen entsprechenden Gesetzesentwurf. Im Herbst entscheidet der Ministerrat über das Gesetz – die Annahme gilt als so gut wie sicher.

Die EU will den Wald schützen - illegal eingeschlagenes Holz wird verboten. (Foto: Johanna Falk)
"Im Wesentlichen geht es um Tropenholz", erklärte Jo Leinen, Vorsitzender des EU-Umweltausschusses, im Deutschlandfunk. Weltweit werden pro Jahr 13 Millionen Hektar Holz eingeschlagen, rund 20 Prozent davon illegal. Nach dem Willen der EU müssen Importeure ab 2012 nun Herkunftsnachweise erbringen. Konkret werden so genannte "Erstinverkehrsbringer" in die Pflicht genommen – das bedeutet, dass Produzenten von Holzprodukten wie beispielsweise Papier den Herkunftsnachweis nicht mehr erbringen müssen.
"Die heutige Entscheidung ist ein Durchbruch für den europäischen Beitrag zum Schutz der Wälder weltweit", kommentiert WWF-Waldexpertin Nina Griesshammer die Parlamentsentscheidung. Der WWF fordert allerdings, dass Druckerzeugnisse in die Regelung miteinbezogen werden. Ausschussmitglied Holger Krahmer (FDP) hält das für einen unnötigen bürokratischen Aufwand. "Papier ist nichts anderes als ein Holzprodukt", sagt er – durch die Verpflichtung der "Erstinverkehrsbringer" sei geregelt, dass die Herkunft des Holzes bereits nachgewiesen sei.
Die Importeure müssen nachweisen, dass das Holz den Gesetzen des Herkunftslandes entsprechend geschlagen wurde. Die Umweltorganisation Friends of the Earth sieht darin einen Schwachpunkt des Gesetzesentwurfs: Unternehmen werden versuchen, ihre Arbeit in solche Länder zu verlegen, die möglichst schwache Gesetze und keine oder nur weiche Strafen für den illegalen Holzeinschlag vorsehen.
klimaretter.info/jot
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