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De Boer: Dänen Schuld am Kopenhagen-Debakel


Die Staats- und Regierungschefs haben nach Ansicht von Noch-UN-Klimachef Yvo de Boer den Weltklimagipfel in Kopenhagen lahmgelegt. Das berichtet der britische Guardian unter Berufung auf einen Brief, den de Boer offenbar nur wenige Tage nach dem Scheitern der Konferenz an Kollegen geschrieben hat. Er macht darin vor allem die dänische Konferenzpräsidentschaft für das Debakel von Kopenhagen verantwortlich.

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Auch der Kreis der Mächtigsten schaffte in Kopenhagen keinen Durchbruch (von rechts nach links): Dänemarks Regierungschef Rassmussen, Großbritanniens Gordon Brown, US-Präsident Barack Obama, ein typischer Sarkozy und Angela Merkel im Kreise ihrer Berater. (Foto: whitehouse.gov)

Bereits vor dem Kopenhagener Gipfel habe die dänische Präsidentschaft ausgewählten Ländern einen einseitigen Entwurf für ein Abkommen vorgelegt: Das habe "die Arbeit von zwei Verhandlungsjahren vom Tisch gefegt", schreibt de Boer. Das Treffen der einzelnen Länder sei nicht offen kommuniziert worden und das Papier selbst nicht "ausgeglichen", sondern an den Interessen der USA und anderer Industrieländer ausgerichtet. Anders als erhofft, habe zudem die Anwesenheit der 130 Staats- und Regierungschefs zum Ende der Verhandlungen nicht die erhoffte Konzentration der Bemühungen, sondern "Misstrauen, Gerüchte und Intrigen" nach Kopenhagen gebracht. Vor allem das Auftreten von US-Präsident Barack Obama und Chinas Premier Wen Jiabao habe blockiert, kritisiert de Boer in dem Schreiben.

Yvo de Boer hatte völlig unerwartet im Februar seinen Rücktritt zum 1. Juli bekanntgegeben.  Erwartet hatten Beobachter dies entweder direkt nach dem Scheitern von Kopenhagen oder gar nicht. Die USA, China, Brasilien, Indien und Südafrika hatten in Kopenhagen in letzter Sekunde den "Copenhagen Accord" ausgehämmert: Das unverbindliche Papier wurde zunächst einem Kreis von rund 21 Ländern um die dänische Präsidentschaft vorgelegt, darunter auch der EU. Während Obama bereits einen "historischen Beschluss" verkündete, hatte sich im Plenum zwischen den 192 Ländern allerdings bereits ein heftiger Streit über den Alleingang einiger Länder entfacht. Das Dokument wurde letztendlich nur "zur Kenntnis" genommen.

Derzeit brütet die Weltklimadiplomatie beim Frühjahrsgipfel in Bonn über einem neuen Anlauf für ein internationales Abkommen. Beim nächsten Weltklimagipfel Ende des Jahres in Mexiko werde es jedoch noch keinen neuen Klimavertrag, sondern bestenfalls Teil-Vereinbarungen geben, hatte de Boer bereits im Vorfeld betont. 

© wir-klimaretter.de/sam

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