G20: Hot or not in Sachen Klimapolitik?
Die Umweltstiftung WWF hat 100 klimapolitische Maßnahmen der G20 unter die Lupe genommen. Die Staaten sind gemeinsam für drei Viertel der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Im Vorfeld des Treffens der G-20-Finanzminister am Wochenende in Schottland soll die Studie zeigen: Klimaschutz und Wirtschaft gehen bestens zusammen.
Platz eins belegt das deutsche Gebäudesanierungsprogramm mit einer geschätzten Kohlendioxidreduktion von rund 1,2 Millionen Tonnen pro Jahr. Rund 203.000 Arbeitsplätze wurden seit 2006 durch das Programm jährlich neu geschaffen oder gesichert, das vor allem auf staatlich subventionierten Krediten der KfW-Bank basiert. Auch in anderen Ländern findet das Gesetz Anklang: Ähnliche Regulierungen wurden in Australien, Südkorea und Indonesien auf den Weg gebracht.
Gut Noten gab es auch für das deutsche Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), das in der Studie auf Platz zwei kam. "Das deutsche EEG wird weltweit kopiert", sagt Regine Günther, Leiterin der Klimapolitik des WWF. Überall auf dem Globus gebe es inzwischen Einspeiseregelungen für Ökostrom nach deutschem Vorbild. Das Gesetz punktet obendrein mit einer geschätzten Kohlendioxidreduktion von 56 Millionen Tonnnen allein im Jahr 2008 und rund 187.000 geschaffenen Stellen.
Auf Platz drei liegt Mexiko mit einem flexiblen Omnibus-System. Neben Kohlendioxidreduktionen von rund 107.000 Tonnen im vergangenen Jahr trug die Maßnahme auch erheblich zur Verbesserung der Luftqualität bei. Andere Positivbeispiele sind das "1.000 Enterprise Programe", das Chinas energieintensive Unternehmen zu mehr Effizienz anspornen soll. Brasilien punktet mit neuen Programmen zum Waldschutz, Japan durch strenge Energieeffizienzstandards, Spanien mit obligatorischen Solaranlage auf den Dächern von Neubauten.
Entscheidend für die Bewertung war jeweils nicht nur die Menge des eingesparten Kohlendioxids, sondern auch allgemeine Nachhaltigkeit, andere Umwelteffekte und die finanzielle Wirtschaftlichkeit. Großen Nachbesserungsbedarf sieht die Studie deshalb zum Beispiel beim EU-Emissonshandelssystem.
Und dann gibt es da noch Praktiken, die ganz aus der Liste der klimapolitischen Maßnahmen verschwinden sollten: Massive Subventionen von Kohle und Atomkraft und bequeme Steuervorteile für besonders energieintensive Konzerne zum Beispiel. Zurücklehnen dürften sich die Macher der Erfolgsmaßnahmen "Made in Germany" deshalb nicht. Günther: "Auch in Deutschland gibt es genug Regelungen, die unter klimapolitischen Aspekten extrem kontraproduktiv sind."
Die komplette Studie finden Sie HIER
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