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New York verklagt Ölkonzerne

Die Stadt New York will sich von fünf großen Ölkonzernen für einen Teil der Kosten entschädigen lassen, die ihr durch den Klimawandel entstanden sind. Am gestrigen Mittwoch informierte Bürgermeister Bill de Blasio über eine entsprechende Klage der Stadt gegen Exxon Mobil, Shell, BP, Chevron und Conoco Philips. "Es ist Zeit, dass die Konzerne anfangen für die Schäden aufzukommen, die sie verursacht haben", so de Blasio gegenüber der Presse. "Der Klimawandel wird schlimmer; es liegt bei den Konzernen, die Kosten zu schultern, um New York sicherer zu machen und an den Klimawandel anzupassen, denn ihre Gier hat uns in diese Lage gebracht."

Bild2012 richtete Hurrikan "Sandy" in New York Schäden in Millionenhöhe an. (Foto: Christopher Muncy/​Wikimedia Commons)

Mit dem Geld will New York seine Infrastruktur gegen den Meeresspiegelanstieg sowie gegen Stürme und heißere Temperaturen rüsten. Besonders anfällig sind niedrig liegende Teile von Manhattan und das Gebiet um den John-F.-Kennedy-Flughafen. Im Jahr 2012 hatte der Hurrikan "Sandy" hier große Schäden angerichtet.

Zur Begründung der Klage wies de Blasio darauf hin, dass die Ölmultis bereits seit Jahrzehnten über den Klimawandel informiert seien, dieses Wissen aber verschwiegen hätten. Die New Yorker Staatsanwaltschaft ermittelt gezielt gegen Exxon Mobil.

New York ist nicht die erste US-amerikanische Stadt, die Schadenersatzansprüche gegen fossile Energiekonzerne erhebt. Ähnliche Klagen gibt es bereits von San Francisco, Santa Cruz und Oakland sowie von den kalifornischen Counties Marin, San Mateo und Santa Cruz.

Sprecher von Exxon und Chevron versuchen die Klagen ins Lächerliche zu ziehen und sprechen von "Eigeninteresse und opportunistischem Handeln" der beteiligten Politiker. "Die Verringerung der Treibhausgase ist eine globale Aufgabe und braucht globales Engagement und globales Handeln", sagte ein Sprecher von Exxon Mobil der New York Times.

"Dazu tragen Gerichtsverfahren dieser Art – angestrengt von Anwälten gegen eine Industrie, die Produkte bereitstellt, von denen wir alle abhängig sind, um die Wirtschaft am Laufen zu halten und unser Leben zu gestalten – einfach nichts bei", so der Exxon-Sprecher. Rechtsexperten wie Eric Goldstein von der US-Umweltorganisation Natural Resources Defense Council verweisen dagegen auf Parallelen zu früheren Schadenersatzklagen gegen die Tabakindustrie. Auch diese seien zunächst als wenig sinnvoll abgetan worden, letztendlich aber erfolgreich gewesen.

Ebenfalls am Mittwoch kündigte Bürgermeister de Blasio an, dass der 189 Milliarden US-Dollar schwere Pensionsfonds New Yorks fünf Milliarden US-Dollar aus fossilen Unternehmen abziehen wolle. Ziel ist es, das Divestment innerhalb von fünf Jahren zu vollziehen.

klimaretter.info/em

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