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China verbietet Bau von Spritschleudern

In China dürfen seit Jahresbeginn 553 Automodelle nicht mehr gebaut werden, weil sie die Verbrauchs-Grenzwerte nicht einhalten. Das gab die Zentralregierung in Peking der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua zufolge zu Silvester bekannt. Von der Maßnahme sind sowohl Fahrzeuge inländischer Hersteller betroffen als auch solche, die in Kooperation mit internationalen Konzernen wie VW oder Daimler produziert werden.

BildPeking im Smog: Chinas Großstädte leiden seit Jahren unter extremer Luftverschmutzung. (Foto: Digging for Fire/​Flickr)

Möglicherweise sind die deutschen Unternehmen in der Praxis trotzdem nicht betroffen: Offenbar stehen von ihren Modellen nur die älteren auf der Streichliste, die ohnehin nicht mehr hergestellt werden.

China will so gegen die starke Luftverschmutzung vorgehen, unter der vor allem die Bewohner der Großstädte leiden. Der Vorstoß basiert auf einem drei Jahre alten Gesetz, das Grenzwerte für den Kraftstoffverbrauch von Autos vorschreibt. Ein verordneter Produktionsstopp sollte eigentlich erst 2020 erfolgen, der jüngste Schritt kommt deshalb überraschend. Parallel will Peking weiter Elektroautos durch Steuervorteile fördern und einen Plan entwickeln, wie Herstellung und Verkauf fossil betriebener Autos komplett gestoppt werden können.

Die industriepolitische Herangehensweise ist Teil der chinesischen Klimapolitik und könnte auch der Schlüssel im Kampf gegen die Luftverschmutzung sein: Neben Autos und Kohlekraftwerken trägt auch der Klimawandel selbst in China maßgeblich zum Smog bei, haben Forscher der School of Earth and Atmospheric Sciences des Georgia Institute of Technology in Atlanta im vergangenen Jahr herausgefunden.

Die Wissenschaftler hatten sich den Rekordsmog im Osten Chinas im Januar 2013 genau angesehen und festgestellt, dass zu dieser Zeit die Luftwechsel extrem schwach ausgeprägt waren – so schwach wie seit drei Jahrzehnten nicht mehr. Mithilfe statistischer Analysen kamen sie zum Ergebnis, dass die schwache regionale Zirkulation mit dem rasanten Abschmelzen des arktischen Meereises im Herbst zusammenhing, aber auch mit dem heftigen Schneefall in der borealen Zone – also der kaltgemäßigten Klimazone – zum Anfang des Winters.

klimaretter.info/scz

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