Anzeige

Macron nimmt Schifffahrt ins Visier

Auf dem von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron einberufenen "One Planet Summit" am kommenden Dienstag in Paris sollen auch erstmals Klimaziele für den Schiffsverkehr festgelegt werden. Ein entsprechender Entwurf liegt dem britischen Portal Climate Home vor. Damit soll sich auch die Schifffahrt an dem im Weltklimaabkommen festgelegten Ziel orientieren, die globale Erwärmung auf weniger als zwei Grad oder sogar 1,5 Grad zu begrenzen. 

BildDie Emissionen der Schifffahrt steigen – auch durch den steigenden Welthandel: Insgesamt stößt die Branche so viel aus wie Deutschland in einem Jahr. (Foto: Martin Abegglen/Flickr)

Bislang spielten Schifffahrt und Flugverkehr keine Rolle in den offiziellen Klimaverhandlungen. Die Pariser Erklärung trägt den Titel "Tony de Brum Declaration" – nach dem kürzlich verstorbenen Außenminister der Marshallinseln, einem der Architekten des Kimavertrags. Anlass für den Vorstoß ist das Treffen der Internationalen Seeschifffahrts-Organisation IMO im kommenden April. Die IMO, eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, steht international in der Kritik, weil sie sich bislang kaum um Klimaschutz gekümmert hat.

Schätzungen zufolge verursacht die internationale Schifffahrt derzeit zwischen zwei und drei Prozent der weltweiten CO2-Emissionen. Seit 2009 hat sich ihr CO2-Ausstoß dabei verdoppelt, je nach Entwicklung des Welthandels könnte er bis 2050 um bis zum Zweieinhalbfachen des heutigen Standes steigen. Nach den jüngsten verfügbaren Angaben aus dem Umweltbundesamt erreichten die weltweiten CO2-Emissionen im Schiffsverkehr im Jahr 2012 rund 940 Millionen Tonnen. Zum Vergleich: Die jährlichen Treibhausgas-Emissionen Deutschlands liegen zurzeit bei 906 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent

Beim Klimagipfel vor zwei Jahren in Paris konnten sich die Staaten nicht darauf einigen, die Emissionen von Flugzeugen und Schiffen in den Vertrag mit einzubeziehen. Stattdessen sollen diese Sektoren von den entsprechenden Weltorganisationen reguliert werden: von der ICAO für die Luftfahrt und der IMO für den Schiffsverkehr. Doch die ICAO hatte bislang wenig Erfolg bei der Begrenzung der Emissionen – genau wie die IMO.

Für den One Planet Summit am Dienstag haben 50 Staats- und Regierungschefs zugesagt. Nicht dabei sind US-Präsident Donald Trump sowie die Staatschefs von Indien und China. Macron hatte bereits im Juli dieses Jahres zu dem Gipfel geladen – als Reaktion auf die Ankündigung der USA, aus dem Weltklimavertrag auszusteigen. Das Treffen findet auch anlässlich des zweijährigen Jubiläums des Weltklimavertrages statt: Am 12. Dezember 2015 einigten sich die 197 Vertragsstaaten der Klimarahmenkonvention auf den Paris-Vertrag. 

klimaretter.info/sg

[Erklärung]  
blog comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige

Kolumnen

Alle Kolumnen lesen
Alle Herausgeber-Interviews lesen