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IG BCE: "Glaubenskrieg" um Kohle-Ausstieg

Gegen einen bundesweiten Kohleausstieg haben am Freitag mehrere tausend Beschäftigte des RWE-Konzerns und anderer Unternehmen vor dem Kraftwerk Niederaußem im Rheinischen Braunkohlerevier demonstriert. Die Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE), die den Protest organisiert hatte, sprach von rund 5.000 Teilnehmern, während die Polizei laut Medienberichten die Zahl mit rund 3.000 angab.

BildMit der "Fünf vor zwölf"-Losung zieht die Kohlegewerkschaft IG BCE seit Jahren gegen die Energiewende zu Felde. (Foto: Markus Feger/IG BCE​)

IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis kritisierte nach Angaben der Gewerkschaft besonders die Debatten um das nach seiner Ansicht voreilige Abschalten konventioneller Kraftwerke, wie sie im Rahmen der "Jamaika"-Sondierungen aufgekommen waren. Statt eine realistische Politik zu betreiben, würden Emotionen geschürt. "Da werden Glaubenskriege in die Gesellschaft getragen", behauptete Vassiliadis.

Die Ziele in der Klimapolitik würden immer ehrgeiziger, Argumente und realistische Einschätzungen fänden hingegen kein Gehör, so der Gewerkschaftschef. Dabei entstehe weniger als ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen durch die deutsche Kohle. Zugleich stünden mit jedem Gigawatt, über das diskutiert werde, 1.000 Arbeitsplätze auf dem Spiel.

Nach dem Scheitern der Sondierungen von Union, FDP und Grünen verlangt der Gewerkschaftschef nun von SPD und CDU einen "realistischen Blick" auf die Energiewende. Seinerzeit ausgelotete Ausstiegsszenarien dürften "nicht Ausgangspunkt für noch mehr Unsinn sein".

Das RWE-Kraftwerk Niederaußem bei Köln, vor dem demonstriert wurde, stößt mehr als 27 Millionen Tonnen CO2 im Jahr aus. Das entspricht den gesamten jährlichen Emissionen eines Landes wie Uganda, Madagaskar oder Jordanien.

klimaretter.info/jst

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