Norden will Offshore-"Deckel" anheben

Der bestehende "Deckel" von 15.000 Megawatt Offshore-Windenergie bis 2030 soll auf mindestens 20.000 Megawatt sowie bis 2035 auf mindestens 30.000 Megawatt angehoben werden. Diese Forderung stellen die Länder Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern, die Stadtstaaten Hamburg und Bremen, zwölf weitere Städte sowie die Offshore-Branche in einem heute veröffentlichten "Cuxhavener Appell 2.0".

BildUm mindestens ein Viertel wollen fünf Bundesländer und die Branche den geplanten Offshore-Zubau bis 2030 aufstocken. (Foto: Trianel)

Seit Inbetriebnahme der ersten Windanlagen auf dem Meer habe die Offshore-Windkraft eine "steile Lernkurve" durchlaufen, wird das Begehren in dem Appell begründet. Auch beruhten die Ergebnisse der ersten Ausschreibungsrunde für Meereswindparks auf der Erwartung weiterer Kostensenkungen. Im April dieses Jahres hatten bei der ersten Offshore-Ausschreibung über 1.550 Megawatt von vier Offshore-Projekten drei den Zuschlag für null Cent Förderung erhalten, das vierte Projekt für sechs Cent pro Kilowattstunde. Die Unternehmen haben allerdings bis 2025 Zeit, die Windparks zu errichten.

Um die angestrebten Kostensenkungen zu erreichen, fordert der zweite "Cuxhavener Appell" unter anderem ein ambitioniertes Offshore-Forschungsprogramm des Bundes. Desweiteren müssten die landseitigen Stromnetze weiter modernisiert und ausgebaut sowie Gas, Strom, Wärme und Mobilität intelligent verkoppelt werden. Auch sei die Nachfrage nach strombasierten synthetischen Kraftstoffen zu stärken, der Strom bei Netzengpässen besser regional zu vermarkten sowie ein flexibler Betrieb konventioneller Kraftwerke zu sichern.

Vor der letzten Bundestagswahl 2013 hatten die fünf Länder zusammen mit Bürgermeistern, Industrie und Gewerkschaften schon einmal in einem "Cuxhavener Appell" Planungssicherheit und bessere politische Rahmenbedingungen von der Bundesregierung gefordert – während die oppositionellen Grünen bei der "teuren Offshore-Windkraft" bremsen wollten. Bei der EEG-Reform 2016 erhielt dann nicht die Offshore-Windkraft, sondern die Onshore-Windkraft einen Deckel.

klimaretter.info/jst

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