Merkel gibt Verbrennungsmotor Jahrzehnte

Im TV-Duell haben Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihr Herausforderer Martin Schulz (SPD) die Autoindustrie hart kritisiert. "Ich bin entsetzt und stocksauer", sagte Merkel und sprach von Betrug, während Schulz eine "Vertrauenskrise" ausmachte. Neben der Rhetorik war allerdings selten von konkreten Folgerungen die Rede. Zumindest forderte Merkel einen Tag vor dem zweiten Dieselgipfel mit den Kommunen, dass die Autoindustrie mehr anbieten müsse als die auf dem ersten Dieselgipfel beschlossenen Software-Updates: "Deshalb müssen wir noch sehr wohl überlegen: Brauchen wir noch weitere Nachrüstungen?"

BildDie erste und einzige Fernsehdebatte zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und ihrem Herausforderer Martin Schulz (SPD). (Foto: Screenshot/​ZDF)

Beide waren sich mit Blick auf den Dieselskandal  einig, dass es bald sogenannte Musterfeststellungsklagen geben soll, bei denen sich einzelne Bürger zusammenschließen können, um wie in den USA Sammelklagen einzureichen. "Deutsche Verbraucher dürfen nicht schlechter gestellt sein als Verbraucher in den Vereinigten Staaten", sagte Schulz. Momentan liegt ein entsprechender Gesetzesentwurf noch im Kanzleramt.

Sowohl Schulz als auch Merkel forderten "anständige Prämien" für Fahrer von Dieselfahrzeugen, die ihr Auto umtauschen wollen. Merkel forderte außerdem, dass die Autobauer technologisch nicht "im Gestern verhangen bleiben" dürfen, sondern "in die Zukunft investieren" sollen. Zugleich bekräftigte sie aber, dass "wir noch Jahrzehnte Verbrennungsmotoren brauchen werden." Über Klimaschutz und die Energiewende wurde bei dem 90-minütigen TV-Duell praktisch nicht gesprochen.

klimaretter.info/bra

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