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Bundesrat fordert Speicherstrategie

Eine Energiespeicher-Strategie des Bundes verlangen die Länder in einem am Freitag im Bundesrat angenommenen Antrag. Darin geht es nicht nur um die großräumige Planung von Langfrist-Speichern, sondern auch um den Aufbau kleinerer, dezentraler und schneller zu realisierender Speicher.

BildAuf 2.000 Megawattstunden je Ladevorgang kommt ein solcher Wärmespeicher mit 50 Millionen Litern heißem Wasser. (Foto: Ulrich Ulrich/​Wikimedia Commons)

Die Speicher müssten dazu von Kosten wie Netzentgelten und Umlagen entlastet werden, heißt es in dem von Nordrhein-Westfalen eingebrachten Dokument. Ausdrücklich bezieht der Bundesrat diese Forderung nicht nur auf Pumpspeicher, sondern auch auf andere Flexibilitätsoptionen wie "Anlagen zur Sektorenkopplung etwa im industriellen Rahmen (Power-to-Chemicals)". Neben einer Markteinführungsstrategie für Energiespeicher verlangen die Länder technische Lösungen für eine effiziente Sektorkopplung.

Die Belastung eingespeicherten Stroms mit Netzentgelten, Umlagen und anderen Letztverbraucher-Abgaben ist auch aus Sicht des Bundesverbandes Neue Energiewirtschaft (BNE) ein Hemmnis für die Wirtschaftlichkeit vieler Speicherprojekte. Der Energiedienstleister-Verband fordert deshalb, solche Abgaben zu streichen. BNE-Geschäftsführer Robert Busch lobte den Bundesrat, weil er sämtliche Flexibilitätsoptionen in den Blick genommen habe, auch Anwendungen in der Industrie oder im Wärmemarkt. "Insbesondere im Wärmemarkt ist das derzeitige Abgaben- und Umlagesystem, das Strom im Vergleich zu fossilen Energieträgern einseitig belastet, ein großes Hindernis für sinnvolle Wärmestromanwendungen auf Basis erneuerbarer Energien", bemängelte Busch.

Die Belastung durch unnötige Entgelte und Abgaben bedrohe sogar systemrelevante Pumpspeicherkraftwerke mit Stilllegungen, Neubauprojekte würden gestoppt und neue Speichertechnologien kämen nur sehr langsam in den Markt, bedauerte der Branchenverband BDEW. Nötig sei eine leistungsgerechte Vergütung von flexiblen Speicherdienstleistungen, um die Stabilität des Stromsystems weiterhin gewährleisten zu können.

Bisher müssen Betreiber von Pumpspeichern, Elektrolyseanlagen und anderen Speichern auf den verbrauchten Strom Netzentgelte und EEG-Umlage zahlen wie "normale" Endkunden auch. Kritiker argumentieren, der Strom werde hier nicht verbraucht, sondern nur zeitweise umgewandelt. Alle Vorstöße, an der Abgabepflicht etwas zu ändern, verliefen aber bisher im Sande.

Der Beitrag wurde am 13. Februar um 17 Uhr aktualisiert

klimaretter.info/jst

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