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EU: Kaum Wachstum bei Erneuerbaren

Der Ausbau der erneuerbaren Energien kommt in Europa kaum voran. 2015 stieg der Anteil auf 16,4 Prozent, das ist ein Wachstum von 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dennoch lobt sich die Europäische Kommission. "Europa ist auf dem richtigen Weg, um die für 2020 gesetzten Ziele der Klima- und Energiepolitik zu erreichen", sagte EU-Energiekommissar Miguel Arias Cañete. Die EU müsse ihre Anstrengungen nun "fortsetzen".

BildEine Zunahme von 0,4 Prozent bei den Erneuerbaren: Kann man da noch von Wachstum sprechen? (Foto: Schulze von Glaßer)

Dazu hatte die Kommission im vergangenen Herbst ihr sogenanntes Winterpaket vorgestellt. Es sieht eine Reform der Förderung der erneuerbaren Energien und eine neue Richtlinie zur Energieeffizienz vor. Ob das Gesetzespaket das leisten kann, bezweifelt zumindest die Erneuerbaren-Branche. Zwar wiesen die Vorschläge zur geplanten Förderung in die richtige Richtung, sie seien aber nicht umfassend genug, um die Energiewende ausreichend voranzubringen, sagte Rainer Hinrichs-Rahlwes vom Bundesverband Erneuerbare Energie. "Der Ausbau der erneuerbaren Energien wird komplett von den Beihilfeleitlinien abhängig gemacht."

Zudem kritisiert der Verband, dass die ohnehin schwachen Ziele nicht höher gesteckt wurden. Bis 2030 nur 27 Prozent Erneuerbare anzustreben, laufe dem Klimaschutz zuwider – zumal bei Nicht-Erfüllung keine Maßnahmen vorgesehen seien. Stattdessen sei der Ausbau der Erneuerbaren an den schleppenden Netzausbau angepasst worden. 

Mit der Erneuerbare-Energien-Richtlinie hatten sich die EU-Staaten verpflichtet, den Anteil von Wind, Sonne und Co am gesamten Energieverbrauch bis 2020 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. Umweltschützer bezeichnen das Ziel als viel zu schwach. Doch auch die in der nächsten Stufe vorgesehenen 27 Prozent bis 2030 gelten als wenig ehrgeizig und allenfalls "business as usual". Denn das wäre kaum mehr als ein Drittel des Erneuerbaren-Wachstums der aktuellen Dekade. Berücksichtigt man dann noch die stetig sinkenden Kosten, wäre das ein deutlicher Einschnitt bei den Ökoenergien.

klimaretter.info/kir

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