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Arme Länder wollen Fossile loswerden

47 besonders vom Klimawandel betroffene Länder wollen bis 2020 ihre nationalen Klimapläne überarbeiten und auf 100 Prozent erneuerbare Energien umsteigen. Das kündigte das Climate Vulnerable Forum (CVF), ein Zusammenschluss von 43 dieser Staaten, am Freitagmorgen auf dem Klimagipfel in Marrakesch an. Viele der Länder sind klein und haben keine Kohlekraftwerke, doch für einige bedeutet die Ankündigung eine fundamentale Änderung ihrer Energiepolitik: In Äthiopien, Bangladesch, Kenia, Marokko, Tansania oder Vietnam schließt die Ankündigung den Neubau von Kohlekraftwerken faktisch aus.

BildVom Klimawandel besonders betroffen: Die CVF-Staaten wollen den Ausstieg aus den Fossilen zügig durchziehen. (Foto: Susanne Götze)

Eine schnelle Absage an die Kohlekraft konnte selbst Umweltministerin Barbara Hendricks in ihrem Klimaschutzplan nicht durchsetzen. Mit der Ankündigung haben die armen Staaten Deutschland klar überholt.

Das nötigt selbst erfahrenen Klimadiplomaten Respekt ab. "Die Selbstverpflichtung der Mitglieder des Forums gefährdeter Staaten, ihre Volkswirtschaften auf erneuerbare Energien umzustellen, ist eine große Vision und zeigt den Weg, wie wir das Paris-Abkommen erfüllen und die Klimakrise sogar noch schneller lösen können", erklärte der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore in Marrakesch.

EU-Klimakommissar Miguel Arias Cañete kommentierte die Ankündigung: "Die heutigen Selbsterpflichtungen des CVF sind beeindruckend und inspirierend. Diese Länder haben erneut ihre moralische Führungsrolle in diesem Prozess demonstriert." 

klimaretter.info/sg/mic


Alle Beiträge zur COP 22 in Marokko

finden Sie in unserem Marrakesch-Dossier

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