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UN-Staaten machen Front gegen Trump

Die Weltklimakonferenz in Marrakesch hat eine Proklamation hervorgebracht. Darin loben die UN-Staaten den Pariser Weltklimavertrag und verpflichten sich – noch einmal – zu dessen "vollständiger Umsetzung". Wege zur Erfüllung des Paris-Abkommens zu finden war Aufgabe des Marrakesch-Gipfels. Man rufe zum "höchsten politischen Engagement" gegen den Klimawandel auf, heißt es nun in dem Dokument.

BildGeht es nach der Erklärung von Marrakesch und dem im vergangenen Jahr beschlossenen Paris-Vertrag, sollen Bilder wie das der Exxon-Raffinerie in Lynchburg im US-Bundesstaat Virginia bald der Vergangenheit angehören. (Foto: Roy Luck/Flickr)

Die Industriestaaten bestätigen in dem Text ihr Versprechen von 2009, die Entwicklungsländer ab 2020 mit jährlich 100 Milliarden US-Dollar für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen. Die Klimafinanzierung war ein Schwerpunkt in Marrakesch. Die OECD, der Industrieländer-Club, hatte kurz vor Beginn der Konferenz einen Plan vorgelegt, wie die 100 Milliarden zusammenkommen sollen. Darin wird damit gerechnet, dass ein großer Teil des Geldes von privaten Finanziers kommt – den Entwicklungsländern wäre eine öffentliche Finanzierung lieber.

Auch wofür das Geld verwendet werden darf, ist noch Gegenstand von Streit. Die Entwicklungsländer wollen mindestens 40 Prozent des Geldes in die Anpassung an die Klimawandelfolgen stecken dürfen, der Rest flösse in die Senkung ihrer Treibhausgas-Emissionen. Die OECD sieht aber für Klimaanpassung nur 20 Prozent vor.

Marrakesch war als "afrikanischer Gipfel" angekündigt worden, bei dem besonders die Bedürfnisse des Gastgeberkontinents im Mittelpunkt stehen würden. Das betonte auch König Mohammed VI. von Marokko in seiner Rede auf dem Gipfel: "Afrika ist zweifelsohne der Kontinent, der am meisten unter dem Klimawandel leidet. Es gibt eine große Diskrepanz zwischen globalem Norden und globalem Süden – sowohl bei den Finanzen als auch bei den Prioritäten."

Die Verhandlungsgruppe der ärmsten Länder, die vor allem in Afrika, teils aber auch in Asien und im Pazifik liegen, ist mit dem Ergebnis nicht zufrieden."Im Abschlussdokument kommt Afrika gar nicht vor – dabei soll das angeblich ein afrikanischer Gipfel sein!", sagte Tosi Mpanu-Mpanu, Sprecher der Gruppe.

Der Paris-Vertrag wurde auf dem Weltklimagipfel im vergangenen Jahr beschlossen und trat nur wenige Tage vor der Marrakesch-Konferenz in Kraft. Bisher sind ihm 111 Länder formell beigetreten – gestern erst Großbritannien. Das Abkommen sieht vor, die Erderwärmung auf "deutlich unter zwei Grad" gegenüber vorindustriellen Zeiten zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad. Wie das geschafft werden soll, steht allerdings nicht drin – darüber haben die Diplomaten in Marrakesch verhandelt.

Auch auf den kommenden beiden Weltklimagipfeln wird es darum gehen. 2018 soll der Fahrplan stehen. Unter anderem geht es darum, das Kernstück des Paris-Vertrages transparent zu machen: die nationalen Klimaziele, die bisher unterschiedlich aufgebaut und nur schwer vergleichbar sind. Klar ist nur: Um die Temperaturziele zu schaffen, reichen sie noch nicht aus.

Die Wahl von Donald Trump zum 45. Präsidenten der USA überschattete allerdings den Gipfel. Während seines Wahlkampfes hatte Trump angekündigt, aus dem Vertrag austreten zu wollen. Der nun gefasste Beschluss ist eine gemeinsame Antwort der UN-Staaten auf Trumps Ankündigung.

klimaretter.info/scz

[Erklärung]  
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